„Das Ding funktioniert“ / Spot mit Kultcharakter: Für den Touran EcoFuel gibt Volkswagen Gas.

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Wolfsburg (ots) –

von Heiner Siefken

Stadtrand Barcelona. Gewerbegebiet. Anfang Mai 2006. Vor dem
Drive-in-Schalter einer Fast-Food-Kette spielt sich eine seltsame
Szene ab. Ein riesiger Kran hievt den Korb eines Gasballons in die
Höhe. Im Korb: Eine Familie, die aussieht, als hätte sie einen
launigen Sonntagsausflug hinter sich. Eine hungrige Familie. Mama,
Papa, Kind. Der Korb schwingt vor dem Schalter hin und her. „Action“,
ruft jemand aus dem Hintergrund. Das ist das Zeichen für den
Familienvater. Er beugt sich vor, noch ganz lässig, eine Hand hält
sich an einem der Seile des imaginären Ballons fest, die andere
bedient den imaginären Gasantrieb. Scheinbar will er das wackelige
Gefährt in Richtung des Mikrofons bugsieren, in das er seine
Bestellung sprechen soll: „Drei Cheeseburger, zwei Pomm …“ Der Mann
kann noch so schnell sprechen, er kann die Worte noch so oft
wiederholen – immer wieder reißt ihn der „Wind“ (zwei besonders
kräftige Mitarbeiter der Filmcrew) meterweit weg vom Mikrofon. Seine
Frau guckt genervt. Sein Kind ist sauer. Was
ihn aber endgültig in die Verzweiflung treibt, ist der Satz, den ihm
eine Verkäuferin freundlich durch die Gegensprechanlage zuruft:
„Bitte sprechen Sie in das Mikrofon.“ Seine Antwort ist ein heiserer
Schrei: „Iiich sprech‘ doooch ins Mikrofooon“

Das skurril anmutende Spektakel geht auf das Konto von Volkswagen.
Europas größter Automobilhersteller dreht am Stadtrand der spanischen
Metropole einen Werbespot für den neuen Touran EcoFuel mit
Erdgasantrieb. Und was soll das Schauspiel mit Ballonkorb und Kran,
wenn es doch um ein Auto geht? Die Botschaft ist einfach: Nicht
alles, was mit Gas fährt, ist so praktisch wie der neue Touran
EcoFuel. Der Familien-Van mit Erdgasantrieb ist der eigentliche
Hauptdarsteller des 30-Sekunden-Spots – ein dezenter Hauptdarsteller
in „Divingblue“.

Als Automobilhersteller, der seine Autos in mehr als 150 Ländern
der Welt verkauft, dreht Volkswagen jedes Jahr Dutzende von
Werbefilmen. Oft werden sie in mehreren Ländern, wie etwa England,
Spanien und Deutschland, gleichzeitig eingesetzt. Eines haben die
Spots von Volkswagen gemeinsam: Sie verbinden die Vorteile des Autos
mit einer kurzen Geschichte, die die Zuschauer zum Schmunzeln bringt.
Jeder erinnert sich an die beiden Kinder, die auf der Treppe sitzend
vor sich hinbrummen und so zeigen, dass das Doppelkupplungsgetriebe
(DSG) von VW stufenlos schaltet. Oder an die Jungs aus der
GTI-Werbung, die „früher schon Männer waren“ und sich auch damals so
verhielten. Volkswagen-Spots sind nicht nur preisgekrönt, sondern
haben Kultpotenzial.

Zurück nach Barcelona: Genau wie im Korb des Gasballons vor dem
Fast-Food-Restaurant tummelt sich auch im Touran eine Familie. Doch
der Touran-Vater hat das Gewinnerlächeln auf den Lippen. Er hat eine
Familie, die glücklich ist und ein Fortbewegungsmittel, das ihn
problemlos ans Ziel bringt. Einen Pluspunkt hält er in den Händen:
einen Cheeseburger – nein, einen saftigen Cheeseburger. Das lappige
Lebensmittel sieht auch nach zehn Stunden in der Hitze der Filmlampen
unfassbar frisch aus. Nicht das einzige Oscar-verdächtige Wunder, das
die Filmcrew der Produktionsfirma Telemaz Commercials und die
kreativen Köpfe der Werbeagentur DDB an diesem Drehtag vollbringen
müssen.

Auf der Flucht vor dem unberechenbaren Wetter in Deutschland sind
die Dreharbeiten zwar nach Spanien verlegt worden, doch während halb
Berlin bei strahlendem Wetter in Biergärten sitzt, ist der Himmel
über Barcelona grau. Dunkelgrau. Ironie des Schicksals. Zusammen mit
der Batterie aus blendend hellen Scheinwerfern entsteht ein fast
unheimliches Licht am Set. Ein Fotograf, der das Spektakel
dokumentieren soll, sucht seufzend nach der richtigen Einstellung an
seiner Kamera. Immer wieder setzt leichter Nieselregen ein. Der Wind
– der echte Wind – macht der mit Gurten gesicherten Familie im Ballon
zu schaffen. Was die Fernsehzuschauer nicht wahrnehmen werden: Den
riesigen Ballon bauen die Telemaz-Profis erst nach den Dreharbeiten
digital in die Filmszenen ein. Die Hülle wäre 40 Meter hoch und damit
nicht sicher kontrollierbar gewesen. Genug zu tun hat die Filmcrew
auch so schon. An allen Ecken und Enden werden Teile des Sets
aufgebaut und wieder abgerissen, Kabel verlegt, Haare toupiert,
silberne Reflektoren aufgestellt, neue Kamerafahrten getestet. Mitten
im Chaos behält ein Mann den Überblick: Regisseur Didier Barcelo.
„Was bleibt uns anderes übrig? Wir müssen mit dem Wind klar kommen.
Das Licht ist das kleinere Problem“, sagt der Werbefilmer.

Dass DDB Senior-Texter Marian Götz die Dreharbeiten weniger lässig
begleitet, ist nicht verwunderlich. Er und sein Art-Partner Christian
Jakimowitsch haben nämlich den Film und die dazugehörigen Anzeigen
für Zeitschriften und Tageszeitungen entwickelt. Die Monitore, auf
denen die neuesten Einstellungen zu sehen sind, lässt Götz nicht aus
den Augen. „Er soll die Hand am Gashebel lassen“, sagt Götz zum
Regisseur, „Dann können wir später das Brennergeräusch einsetzen, wo
wir wollen.“ Barcelo nickt – die Szene muss sowieso noch etliche Male
gedreht werden.

„Drei Cheeseburger, zwei Pommes, zwei Cola und einen Milchshake.“
Auf wie viele Arten lassen sich diese neun Worte sagen? Ganz
eindeutig: Da gibt es keine Grenzen. Zumindest nicht für den
Schauspieler Christoph Schüchner. Wenn der EcoFuel so etwas wie der
technische Hauptdarsteller des Spots ist, verkörpert der Theatermime
seinen menschlichen Gegenpart. Auf der Suche nach dem perfekten
Schuss schickt Barcelo ihn ein ums andere Mal zurück in den Korb. Und
Schüchner zeigt immer neue Facetten davon, was er mit den neun Worten
so alles anstellen kann. Selbst die Kameramänner grinsen. „Die besten
Szenen sind die, in denen ich in die Situation springe, in denen ich
improvisiere.“ Schüchner zieht seine Inspiration aus einem
unerschöpflichen Pool: „Dem Alltag, dem ganz normalen Wahnsinn.“

Nächster Take: eine Nahaufnahme der Familie im Korb. Didier
Barcelo wirft einen kritischen Blick in einen nordspanischen Himmel,
der sich immer weiter zuzieht. Eile ist angesagt. Schüchner klettert
hastig zurück in seinen Arbeitsplatz. „Action!“ Wieder schwingt der
Korb hin und her. Noch vor wenigen Sekunden, am Rande des Filmsets,
sah Schüchner richtig gutgelaunt aus. Jetzt steht er glaubwürdig kurz
vor dem Nervenzusammenbruch: „Iiich sprech‘ doooch ins Mikrofooon“ Er
ruft es, brüllt es heraus – stellvertretend für die Verzweifelten,
die am Anfang des neuen Jahrtausends mit einer Technik kämpfen, die
nie wirklich einfach ist: Die ihre stromleeren Organizer, ihre
komplizierten Handys und die viel zu kleinen Tasten ihrer
Digitalkamera verfluchen. Die sich mit Service-Hotlines abplagen.
„Herr im Himmel Iiich sprech‘ doooch ins Mikrofooon, ich habe doch
die Betriebsanleitung gelesen, für die alte Kamera waren meine Finger
doch auch nicht zu groß.“ Auch das ist beabsichtigt: Der Touran
EcoFuel ist der hoffnungsv olle Farbtupfer. Ja, Technik kann
großartig sein. Ganz unkompliziert. Und sie macht das, was sie soll:
Sie funktioniert ganz einfach.

Ist es nicht seltsam, dass der technische Hauptdarsteller
bewegungslos bleibt? Nicht gerade üblich für eine Branche, die viel
Geld investiert, damit ihre Produkte auf grandiosen Straßen in
wundervolle Sonnenuntergänge rauschen. „Nein, wir wollen nur
aussagen, dass der EcoFuel ein tolles Auto ist – in den Ballon-Szenen
ist genug Aktion“, antwortet Barcelo. Und Bert Peulecke, Creative
Director bei DDB fügt hinzu: „Die herkömmliche Autowerbung hat der
Zuschauer noch vor dem Ende des Werbeblocks vergessen. Die
entscheidende Frage ist doch: Will ich meinen Freunden davon
erzählen, dass ich einen Werbespot gesehen habe, in dem irgendein
Auto durch irgendeine Landschaft fährt? Wenn die Leute aber anfangen,
sich den Spot im Internet runter zu laden und ihren Freunden zu
schicken, dann weiß ich: Das Ding funktioniert. Der Touran-Spot hat
dieses Potenzial. Schon die Idee des Films ist herrlich absurd.“

„Iiich sprech‘ doooch ins Mikrofooon“ Am Ende des 30-sekündigen
Films sieht Schüchner ganz elend aus. Damit die Einstellung sitzt,
wird der Korb in schier endloser Folge an den verdutzt, aber
glücklich aussehenden Menschen im Volkswagen vorbeigezogen.
Frustriert stützt Schüchner seinen Kopf mit seiner rechten Hand ab.
Der Zuschauer weiß jetzt: Der Sohn im Ballonkorb will Pommes. Die
Mutter will ihre Ruhe. Und der Vater? Der will ein neues Mobil. Eins
das mit Gas angetrieben wird. Eins, das ihm keine Probleme macht:
einen Touran EcoFuel.

Hinweis: Diesen Text sowie Fotos können Sie auch unter
www.volkswagen-media-services.com abrufen.

Abdruck: Honorarfrei

Pressekontakt:
Volkswagen Konzernkommunikation
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Kontakt: Hartwig von Saß
Telefon: 0 53 61 / 9-8 62 66
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Quelle: news aktuell GmbH

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