Konsortium unter Volkswagen-Führung erwirbt niederländische LeasePlan Corporation

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Hamburg/Wolfsburg (ots) –

Beteiligte sehen erhebliches zusätzliches Wertschöpfungspotenzial
im Multibrand-Flottenmanagementgeschäft

Volkswagen: „Entscheidender Meilenstein auf dem Weg zum globalen
Mobilitätskonzern“

Gemeinsam mit zwei Co-Investoren erwirbt der Volkswagen-Konzern
die niederländische LeasePlan Corporation N.V., von der ABN Amro
Bank, Amsterdam. Der Kaufpreis beläuft sich auf insgesamt 2 Mrd. EUR.
Die Verkäuferin erhält von LeasePlan aus den einbehaltenen Gewinnen
der Vorjahre eine Dividende in Höhe von 130 Mio. EUR. Der
Aufsichtsrat von Volkswagen ermächtigte den Vorstand in seiner
Sitzung am 21. April zu diesem Vorhaben.

Nach Abschluss der Transaktion werden der Volkswagen-Konzern zu 50
Prozent und die beiden Co-Investoren zu jeweils 25 Prozent an der
LeasePlan Corporation beteiligt sein. Bei den international
renommierten Co-Investoren handelt es sich um die private
Olayan-Gruppe, Athen, sowie die staatliche Mubadala Development
Company, Abu Dhabi. Die Übernahme erfolgt vorbehaltlich der
Zustimmung der relevanten Behörden, insbesondere der europäischen
Kartellbehörden, sowie der holländischen Zentralbank.

„Diese Akquisition ist für uns ein entscheidender Meilenstein bei
der strategisch konsequenten Aufstellung als globaler
Mobilitätskonzern“, sagte der Vorstandsvorsitzende des
Volkswagen-Konzerns, Dr. Bernd Pischetsrieder, am Mittwoch in Hamburg
bei der Bekanntgabe der Übernahme.

LeasePlan ist in seiner Branche mit ca. 1,2 Millionen Fahrzeugen
unter Verwaltung, einer Bilanzsumme von 10,8 Milliarden Euro und
einem Nachsteuerergebnis von 193 Millionen Euro – per 31.12. 2003 –
Europas Marktführer und gehört zu den weltweit führenden
Multibrand-Flottenmanagementgesellschaften.

Die gemeinsame Übernahme mit den Co-Investoren stellt die
erfolgreiche Fortführung des markenunabhängigen Geschäftsmodells von
LeasePlan sicher. Der Volkswagen-Konzern partizipiert auf diesem Weg
deutlich intensiver und nachhaltiger an der Wertschöpfung dieser
dynamischen Branche und nimmt Chancen im Bereich der Dienstleistungen
rund um das Automobil wahr. Unter Verweis auf das konzernweite
Leistungssteigerungsprogramm „ForMotion“ sagte der
Vorstandsvorsitzende weiter: „Für uns bietet die Akquisition ein
zusätzliches positives Momentum, die Potenziale im Großkundengeschäft
noch besser auszuschöpfen“. Wachsende Zins-, Service- und
Versicherungseinkünfte reduzieren gleichzeitig die Abhängigkeit des
Konzerns von den zyklischen Schwankungen des reinen Automobilbaus.
Durch die gemeinsame Akquisition werden die strategischen und
operativen Ziele des Volkswagen-Konzerns im Ausbau der
Mobilitätsdienstleistungen liquiditätsschonend erreicht.

Die beiden international agierenden und insbesondere langfristig
orientierten Co-Investoren verfügen über ausgewiesene Erfahrungen mit
Beteiligungen im Finanz- und Dienstleistungsbereich. Außerdem bringen
sie hervorragende regionale Expertise der Märkte im Mittleren Osten
mit. Davon verspricht sich der Volkswagen-Konzern einen weiter
verbesserten Marktzugang zu dieser wirtschaftlich an Bedeutung
zunehmenden Region.

„Zusammen mit unseren Partnern haben wir ein äußerst erfolgreiches
und rentables Unternehmen erworben“, so Dr. Pischetsrieder. „Wir
werden dem Management von LeasePlan die nötige Freiheit und
Unterstützung bieten, ihre Erfolgsgeschichte aus Wachstum,
Produktinnovation und markenunabhängigem Kundenservice fortsetzen zu
können.“ Die Management- und Führungskompetenz des
Multibrand-Flottenmanagement-Geschäfts ist innerhalb des
Volkswagen-Konzerns bei der Volkswagen Financial Services (FS) AG,
Braunschweig, angesiedelt. In diese wird der fünfzigprozentige Anteil
im Rahmen einer Kapitalerhöhung als Sacheinlage eingebracht. Auf
diesem Weg wird die Kapitalbasis der Volkswagen FS gestärkt. Im
Konzern erfolgt die Konsolidierung „at equity“. Damit wird das
Ergebnis von LeasePlan über Volkswagen FS in das Finanzergebnis des
Konzerns einfließen. Volkswagen FS ist bereits über seine Tochter
Europcar Fleet Services (ECFS) im
Multibrand-Flottenmanagementgeschäft tätig. ECFS wird den Planungen
zufolge an LeasePlan verkauft, um eine noch schlagkräftigere Einheit
zu formen und das Geschäftsfeld weiter voran zu bringen. Die
Akquisition stellt damit eine optimale Erweiterung des Geschäfts in
der Volkswagen FS dar.

Die Positionierung von Volkswagen FS entlang der
Wertschöpfungskette im Geschäft mit der Mobilität wird konsequent
fortgesetzt. Sie umfasst die Bereiche Finanzierung, Leasing, Banking,
Versicherungen und eben das Flottenmanagement. Als
Mobilitätsdienstleister profitiert die Gesellschaft somit vermehrt
vom stetig und deutlich steigenden Flottengeschäft.

Dr. Pischetsrieder machte deutlich, dass dieser Erwerb nicht zur
Öffnung eines neuen Vertriebskanals gedacht ist. Im Zusammenhang mit
dieser Transaktion seien keine Abnahmeziele mit LeasePlan vereinbart
worden. Dies würde auch dem erfolgreichen Geschäftsmodell von
LeasePlan , welches auf Markenunabhängigkeit beruht, widersprechen.
„Wir profitieren bei der Multi-Marken-Strategie von LeasePlan
doppelt – über das Geschäft im Flottenmanagement und über die
Tatsache, dass sich unser Fokus nun verstärkt auf den gesamten
Automobilmarkt richtet“, so der Vorstandsvorsitzende weiter. Der
Volkswagen-Konzern wolle voll am Gesamtmarkt partizipieren, also über
die Höhe seines eigenen Marktanteils hinaus. Gleichzeitig sei damit
auch ein positiver Einfluss auf das Geschäft von Volkswagen FS
verbunden, dass sich damit ein Stück unabhängiger mache von den
Konzernmarken und mehr Ergebnis aus dem Gesamtmarkt generiere.

Diesem Ziel diene u.a. auch die Einbeziehung der Co-Investoren.
„Auf diesem Weg machen wir die Unabhängigkeit von LeasePlan deutlich
und zeigen, dass es uns mit der Multi-Marken-Strategie ernst ist,“
konstatierte Dr. Pischetsrieder. Weitere Vorteile der gemeinsamen
Transaktion seien die zuverlässige Langzeitorientierung der
Investoren. „Mubadala Development Company und die Olayan-Gruppe
dokumentieren mit ihrem Investment in dieses Joint venture, dass sie
an das Geschäftsmodell glauben. Wir freuen uns deshalb ganz
besonders, diese Investoren mit an Bord zu haben. “ Beide seien nach
Einschätzung von Volkswagen beste Adressen im Nahen Osten und
brächten Know-how in den Bereichen Banking und Financial Services
ein.

Mubadala Development Company ist ein nach wirtschaftlichen
Gesichtspunkten operierendes Investment- und
Projektentwicklungsunternehmen, vollständig im Besitz des Staates Abu
Dhabi. Es konzentriert sich sowohl auf die makro- als auch auf die
mikroökonomischen Aspekte der Volkswirtschaft seines Landes mit dem
Ziel, gewinnbringende und nachhaltige Geschäftsmodelle zu
identifizieren und zu implementieren. Das Mubadala-Programm hat
bereits mehrere Joint ventures bzw. Partnerschaften mit
internationalen Unternehmen hervorgebracht. Engagiert ist das
Unternehmen in den Branchen Bildung, Energie, Leasing, Immobilien,
Produktion, Schiffbau und Transport. Über seine Kooperationen stellt
Mubadala sicher, dass die gestarteten Gemeinschaftsprojekte sowohl
für die internationalen Partner als auch für die lokale Wirtschaft
des Landes nachhaltig Wertschöpfung erbringen. Das Unternehmen
ermöglicht den Zugang zu den Märkten des Nahen Ostens und vermittelt
im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit u.a. auch Börsengänge in den
Vereinigten Arabischen Emiraten.

Die in Privatbesitz befindliche multinationale Olayan-Gruppe
besteht aus rund 50 Firmen und assoziierten Gesellschaften. Engagiert
ist die Gruppe in den Branchen Konsumgüter, Distribution,
produzierende Industrie, Dienstleistungen, Industrieausrüstungen,
Büroausstattung, Health care, Projekt- und Baumanagement sowie
Immobilienverwaltung und Finanzdienstleistungen. Im Heimatmarkt
Saudi-Arabien ist Olayan an über 40 Unternehmen beteiligt, die
entweder selbst geführt oder aktiv unterstützt werden. Die Gruppe
unterhält Niederlassungen in Athen, London, New York und Wien, über
die sie den engen Kontakt zu ihren Geschäftspartnern in deren
jeweiligen Heimatmärkten hält.

Der Aufsichtsrat hat den Vorstand zudem ermächtigt, bei der
LeasePlan-Transaktion den teilweisen oder vollständigen Einsatz
eigener Aktien zu prüfen. Diese hält zur Zeit die
VW-Beteiligungs-GmbH. Eine staatliche Investmentgesellschaft in Abu
Dhabi hat Interesse an einer solchen Transaktion geäußert. Die
abschließende Entscheidung nach Prüfung obliegt dem Aufsichtsrat.

Der Kaufvertrag wurde im Anschluss an die Aufsichtsratssitzung am
Mittwoch Abend unterschrieben.

Dr. Pischetsrieder wird in seiner Rede vor der an diesem
Donnerstag, 22. April 2004, in Hamburg statt findenden
Hauptversammlung die Akquisition und weitere Pläne erläutern.

ots Originaltext: VW Volkswagen AG
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

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Quelle: news aktuell GmbH

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