Shell und Volkswagen erproben in Kooperation den Kraftstoff „Shell Gas to Liquids“/ Ausblick auf ein neues Kraftstoffzeitalter

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Berlin (ots) –

Eine Flotte von 25 Volkswagen-Golf wird in den kommenden fünf
Monaten mit dem synthetischen, aus Erdgas hergestellten Kraftstoff
„Shell Gas to Liquids“ angetrieben. Bundeskanzler Gerhard Schröder
gab den Startschuss für den Flottentest in Berlin und Umgebung an der
Berliner Shell Tankstelle Hohenzollerndamm.

Im Vergleich zur direkten Nutzung von komprimierten Erdgas bietet
der synthetische Kraftstoff ähnliche Emissionsvorteile, jedoch zu
niedrigeren Kosten über den gesamten Produktzyklus. Der neuartige
Kraftstoff ist in heutigen Dieselmotoren einsetzbar und kann über das
bestehende System der Kraftstoffversorgung vertrieben werden. Er ist
zudem problemlos mit herkömmlichem Dieselkraftstoff mischbar. Tests
von Volkswagen belegen, dass viele Euro-3 Dieselmotoren ohne weitere
Anpassungen die strengen Euro-4 Grenzwerte einhalten, wenn sie mit
dem synthetischen Kraftstoff betrieben werden. In Euro-4 Motoren
werden die Emissionen sogar noch weiter abgesenkt. Zudem ermöglichen
maßgeschneiderte Kraftstoffe aus dem Shell Gas to Liquids Verfahren
die Entwicklung innovativer Antriebskonzepte wie beispielsweise
Volkswagens CCS (Combined Combustion System), das die
Verbrauchsvorteile des Dieselmotors mit den Emissionsvorteilen des
Ottomotors verbindet.

Der Flottenversuch ist Teil eines gemeinsamen Programms beider
Unternehmen für die Entwicklung neuer Fahrzeugtechnologien und
Kraftstoffe, die sowohl nachhaltig als auch bezahlbar sind.

Der neue synthetische Kraftstoff ist kristallklar und farblos wie
Wasser. Er wird mit der „Shell Mitteldestillat Synthese“ (SMDS)
hergestellt, einer firmeneigenen Gas to Liquids Technologie. Er kann
in konventionellen Dieselmotoren eingesetzt werden und verursacht
durch seine Produkteigenschaften – beispielsweise ist er frei von
Aromaten und Schwefel – nur geringe Emissionen. Durch die Nutzung
von Erdgas als Ausgangsprodukt erschließt er zudem eine breitere
Versorgungsbasis für die Kraftstoffherstellung.

Seit 1993 betreibt Shell die weltweit erste Gas to Liquids Anlage
im industriellen Maßstab in Bintulu, Malaysia. „Wir hoffen, in Kürze
über den Bau einer neuen, sechsmal größeren Anlage mit einer
Kapazität von 75.000 Barrel pro Tag entscheiden zu können“, sagt
Adrian Loader, Präsident von Shell Europe Oil Products. „Dies würde
es erlauben, bereits 2008 größere Mengen des Kraftstoffes zu
produzieren.“

Darüber hinaus investiert Shell auch in die Entwicklung neuer,
kosteneffizienter und nachhaltiger Produktionsprozesse für
Kraftstoffe aus Biomasse. Eine denkbare Option nutzt Biomasse als
Rohstoff für den Gas to Liquids Prozess, um ein „SunFuel(R)“ zu
produzieren, das identisch mit dem synthetischen Kraftstoff aus
Erdgas ist. Noch ist nicht absehbar, ob und wann ein solches
Verfahren wirtschaftlich werden könnte. Unabhängig hiervon zeigt die
vielfältige Anwendungsmöglichkeit des Gas to Liquids Verfahrens
jedoch sein Potential als Brücke zu Kraftstoffe aus erneuerbaren
Quellen.

Der von Shell aus Erdgas hergestellte synthetische Kraftstoff
passt hervorragend in die von Volkswagen propagierte Antriebs- und
Kraftstoffstrategie. „Es ist der erste Schritt auf dem Weg hin zur
Wasserstoff-Brennstoffzelle“, so Dr. Wolfgang Steiger,
Forschungsleiter Energieumwandlung der Volkswagen Konzernforschung.
„In einem zweiten Schritt könnte der Ausgangsstoff für diesen
synthetisch hergestellten Kraftstoff auch Bio-Masse sein, was den
Charme hätte, dass dann der CO2-Kreislauf wieder geschlossen wäre und
der Begriff SunFuel(R) seine Berechtigung erhält,“ führt Steiger
weiter aus.

Die Volkswagen der Testflotte sind mit TDI Motoren (74 kW/100 PS)
ausgerüstet, die bereits heute die Abgaswerte nach Euro 4 erfüllen.
Die Fahrzeuge werden im Volkswagen Automobil Forum an gemeinnützige
Organisationen übergeben.

ots Originaltext: Shell und Volkswagen
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Pressekontakt:
Shell Volkswagen
Dr. Matthias von Glischinski-Kurc Harthmuth Hoffmann
Tel: 040 / 6324 5485 Tel: 05361 / 92 86 99

Dr. Klaus Picard
Tel: 040 / 6324 432

Quelle: news aktuell GmbH

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