Dialog über die Zukunft: Grünen-Chef diskutiert mit Daimler-Chef Das Gespräch von Robert Habeck und Ola Källenius ist das Highlight der „me Convention“

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Quelle: ots.Audio

Frankfurt am Main (ots) –

BEITRAG MIT O-TÖNEN GRÜNEN-CHEF ROBERT HABECK UND DAIMLER-CHEF OLA KÄLLENIUS

Anmoderation:

Die IAA in Frankfurt zeigt es deutlich: Sowohl die Politik als auch die Industrie stehen aktuell vor großen Herausforderungen, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen. Klar, dass das auch ein Thema für die Zukunftskonferenz „me Convention“ auf dem Frankfurter Messegelände ist. Das Highlight am Donnerstag war das Gespräch zwischen Daimler-Chef Ola Källenius und dem Vorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen Robert Habeck am Nachmittag. Zum zweiten Mal nach 2017 findet die „me Convention“ statt. In Halle 1 diskutieren auf zwei Etagen Kreative und Vordenker. Und das vor hauptsächlich jungem Publikum. Ein tolles Format, findet Ola Källenius:

O-Ton Ola Källenius

Ich glaube, dass bei der Gestaltung der Mobilität der Zukunft, Industrie und Politik und andere Meinungsmacher Hand in Hand arbeiten müssen. Das ist eine Convention, da reden wir über die Zukunft, da reden wir über Innovationen, über Technologie, über Umwelt, über Kultur. Also alle Aspekte, wie sieht die Gesellschaft in Zukunft aus? (0:18)

Über eine Stunde diskutierten Robert Habeck und Ola Källenius miteinander. Eine wirklich spannende und auch sehr muntere Diskussion. Wobei am Anfang die Positionen noch deutlich weiter auseinanderlagen als am Ende. Von Habeck kam erst einmal der gerne vorgebrachte Vorwurf, die deutsche Autoindustrie habe die E-Mobilität verschlafen…

O-Ton Robert Habeck

Man hat sich in so einer Art Downsizing, in einem gegenseitigen nach unten drücken in der Illusion gewiegt, es könnte alles so weiter gehen. Und jetzt wird unter hohem Zeitdruck mit immensen Kosten sehr vieles nachgeholt. Das erkenne ich ausdrücklich an, dass die Konzerne Daimler, VW, die anderen Mitbewerber wirklich versuchen, das Ruder herumzureißen. Aber natürlich unter immensem Druck und in einer weltpolitischen Lage, die es auch nicht einfacher macht. (0:27)

Ein Vorwurf, den Daimler-Chef Ola Källenius ganz souverän konterte:

O-Ton Ola Källenius

Die Autos, die wir jetzt hier auf der Messe sehen: Der EQC, die Plug-In-Hybride und so weiter, das sind Projekte, die wir 2015 losgetreten haben. Man mag es kaum glauben, aber vor vier Jahren haben wir intern bei Mercedes mental den Hebel umgelegt. (0:16)

Einigung herrschte schnell über eine Bepreisung von CO2, über die Installation von deutlich mehr Lademöglichkeiten – nicht nur in Deutschland, sondern in Europa. Und auch darüber, dass das nur Sinn macht, wenn auch grüner Strom die E-Autos antreibt. Mit zunehmender Dauer der Diskussion gab es immer öfter gemeinsame Nenner, Kopfnicken und in den Schlussstatements waren sich die Beiden sehr einig:

O-Ton Robert Habeck

Ich glaube das voll, – und will das auch – dass individuelle Mobilität als Freiheitsversprechen für möglichst viele Menschen gelebt wird. Und ich glaube auch, dass im Automobilkonzern nicht Angst davor sein muss, weil ja eine intensivere Nutzung der Fahrzeuge in den Städten, aber auch im ländlichen Raum, bedeutet, dass Verschleiß größer wird. Die stehen nicht 23 Stunden am Straßenrand und werden dann eine Stunde benutzt, sondern laufen viel mehr. Im Grunde kommt man dann auf viel höhere Zahlen. Also, es werden vielleicht gleichviele Autos verkauft und trotzdem haben wir die Städte, den Raum und die fossilen Energien deutlich entlastet, den Energieverbrauch deutlich reduziert und den individuellen Freiheitsgrad deutlich erhöht. (0:37)

Der Daimler-Chef war in seinen Aussagen sehr klar, er fesselte das Publikum mindestens so wie der Grünen-Politiker und wurde bei seinen Wünschen für die Mobilität der Zukunft ganz konkret.

O-Ton Ola Källenius

Lasst uns die Kosten für Elektromobilität nach unten treiben! Hauptsächlich unsre Aufgabe ist: Skalen-Effekte, neue Technologien etc. Lasst uns eine Infrastruktur aufbauen – nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa und in der Welt, die so flächendeckend bequem existiert, dass eine Hürde für den Kauf weg ist. Ich würde sage, das ist eine gemeinsame Aufgabe von Staat und Wirtschaft. Lasst uns die Energiewende vorantreiben, weil es ist ja alles Schwachsinn, wenn wir nicht grünen Strom tanken. Und wenn ich höre, dass sich weltweit gerade 500 Kohlekraftwerke im Bau befinden, alleine die machen ja mehr CO2 wie die ganze Transportwende, über die wir reden. Und lasst uns – das ist auch Teil unserer Strategie, wir nennen das ‚Ambition 2039‘ – auch in die Vorketten gehen. Es gab ja immer wieder die Diskussion über das Elektroauto: naja – die CO2-Bilanz bei null Kilometer ist viel größer wie ein Verbrennungsmotor, weil ich für die Produktion der Batterien und so weiter sehr viel Energie brauche. (1:10)

Abmoderation

Die „me Convention“ ist nicht nur Diskussionsveranstaltung, sondern ein festivalartiges Format, das sich auch außerhalb des Messegeländes fortsetzt. So sind die Urban Hotspots in Frankfurt ebenso einbezogen wie Galerien, Restaurants, Cafés oder Clubs. Den Auftakt machte am Mittwochabend der Auftritt des norwegischen Star-DJs Alan Walker. Die „me Convention“ dauert bis Freitagabend (13.09.)

Pressekontakt: Ansprechpartner: Mercedes-Benz, Jörg Howe, 0711 17 41341 all4radio, Hermann Orgeldinger, 0711 3277759 0

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Quelle: news aktuell GmbH

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