„Wir müssen in Europa einheitliche Regulierungen für autonomes Fahren haben!“ Niederländische Verkehrsministerin empfängt Lkw-Hersteller in Rotterdam

Quelle: ots.Audio

Rotterdam (ots) –

Erstes Treffen, um gemeinsam für Kolonnenfahrten zu werben

MANUSKRIPT MIT O-TÖNEN

Anmoderation:

Ein Helikopter flog heute Vormittag knapp eine Stunde über den Rotterdamer Hafen. Was war los? 15 vernetzte Trucks trafen nach einer Sternfahrt am Ziel im größten Containerhafen Europas ein und das sollte natürlich per Livestream übertragen werden. Empfangen wurden die Lkw von MAN, Volvo, Daimler Trucks und Co. von der niederländischen Ministerin für Infrastruktur und Umwelt, Melanie Schultz van Haegen. Ein großer Aufwand für eine große Sache, denn die niederländische Regierung setzt sich im Rahmen ihrer EU-Ratspräsidentschaft für umfangreiche Kolonnentestfahrten mit vernetzten Trucks ein. Durch die neue Technologie können sich Lkw per WLAN miteinander verbinden und im Windschatten hintereinander herfahren. Das spart nicht nur Kraftstoff, sondern auch Platz auf den Autobahnen. Mit der Sternfahrt wollte Melanie Schultz van Haegen ein ganz klares Zeichen setzen:

O-Ton Melanie Schultz van Haegen

(übersetzt) Diese Sternfahrt ist wichtig, weil diese Technologie die Zukunft sein wird. So werden Lkw in den nächsten Jahren fahren. Und um diese Innovation unterstützen zu können, müssen wir in Europa einheitliche Regulierung haben und in unsere Straßen investieren. Das war jetzt ein Experiment und nächste Woche treffen wir uns in Amsterdam mit allen Transportministern für zwei Tage. Dort werden wir unsere Ziele für das autonome Fahren festlegen, nicht nur für Lkw, sondern auch für Pkw. (0:33)

Noch nie zuvor hat eine solche Sternfahrt der sechs größten europäischen Lkw-Hersteller stattgefunden, an der sich unter anderem auch der deutsche Hersteller Daimler Trucks beteiligte. Anfang der Woche startete eine Kolonne von drei autonom fahrenden und vernetzten Lkw von Stuttgart aus mit einem Platooning-System, das bisher einzigartig ist, so Martin Zeilinger, Leiter Vorentwicklung bei Daimler Trucks:

O-Ton Martin Zeilinger

Wir sehen, dass wir mit unserem Highway-Pilot, also die Technologie, die wir letztes Jahr auf öffentlicher Straße vorgestellt haben, in dieser Form in einer führenden Rolle sind, dass wir sowohl die Längs-, als auch die Querbewegung der Fahrzeuge, aller drei Fahrzeuge, die wir in dem Platoon dargestellt haben, realisieren. Wir fahren automatisiert in Längs- und Querrichtung und mit der nächsten Ausbaustufe, die wir hier gezeigt haben, dem Highway Pilot Connect, haben wir die Möglichkeit, die Fahrzeuge elektronisch aneinander zu koppeln und hier für einen sichereren und sehr effizienten Betrieb zu sorgen. (0:36)

Ziel der neuen Technologie ist es, durch das Fahren in der Kolonne nicht nur den Kraftstoffverbrauch und den CO2-Ausstoß deutlich zu verringern, sondern zum Beispiel auch den Sicherheitsabstand zu reduzieren. Bisher sind 50 Meter gesetzlich vorgeschrieben, durch das System von Daimler kann dieser Abstand auf 15 Meter reduziert werden. Das heißt für uns Autofahrer: viel mehr Platz auf den Autobahnen. Bisher dürfen diese Lkw aber nur mit Sondergenehmigung unterwegs sein. Ob die Sternfahrt nach Rotterdam daran etwas ändern wird? Arjan van Vliet von der niederländischen Zulassungsbehörde ist optimistisch:

O-Ton Arjan van Vliet

Das Gefühl habe ich bei diesem Projekt absolut sicher. Wenn ich an Deutschland referiere, das Bundesministerium für Transport und digitale Infrastruktur hat einen Bericht geschrieben, dass es diese Aufgabe unterstützt hat. Es wurde von den verschiedenen Bundesländern gut aufgenommen, das hat absolut viel gebracht. (0:23)

Doch bis die vernetzten und autonomen Trucks auf den Autobahnen serienmäßig unterwegs sein werden, wird es noch einige Jahre dauern. Derzeit entscheidet noch jedes Bundesland selbst, ob die vernetzten Lkw bei ihnen fahren dürfen oder nicht. Daimler Trucks beispielsweise hat bisher nur eine Genehmigung für Baden-Württemberg. Da muss noch deutlich mehr aus politischer Sicht passieren, sagt Dirk Weigand, bei Daimler verantwortlich für den Bereich Politik und Außenbeziehungen:

O-Ton Dirk Weigand

Wir brauchen für Europa einheitliche Rahmenbedingungen, vor allen Dingen auch bei dem grenzüberschreitenden Verkehr, wir machen dieses Truck Platooning über Ausnahmebestimmungen. Es müssen Dinge geregelt werden, wie die Abstände zwischen den Fahrzeugen und natürlich auch, gerade in Richtung autonomes Fahren, ein paar Infrastrukturvoraussetzungen, was auch den Telekommunikationsbereich betrifft, aber auch einfache Dinge, wie die Straßenfahrbahnmarkierungen. (0:29)

Abmoderation:

Die von den Niederländern organisierte erste European Truck Platooning Challenge ist heute in Rotterdam zu Ende gegangen. Daimler Trucks nahm mit drei Actros und dem Highway Pilot Connect-System an der Sternfahrt teil.

ACHTUNG REDAKTIONEN: Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Sendemitschnitt bitte an ots.audio@newsaktuell.de.

Pressekontakt: Ansprechpartner: Daimler AG, Uta Leitner, 0711 1753058 all4radio, Claudia Ingelmann, 0711 327 77 590

Quelle: news aktuell GmbH

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