Erste europaweite Platooning-Testfahrt gestartet: Elektronisch gekoppelte Lkw brauchen weniger Platz, weniger Kraftstoff und sind sicherer!

Quelle: ots.Audio

Stuttgart (ots) –

Daimler Trucks nimmt mit seinen drei Highway Pilot Connect-Lkw teil

MANUSKRIPT MIT O-TÖNEN

Anmoderation:

568.000 Staus gab es im vergangenen Jahr auf deutschen Straßen. Die Gesamtlänge belief sich auf rund 1,1 Millionen Kilometer! Und insgesamt sind Auto- und Lkw-Fahrer mehr als 340.000 Stunden im Stau gestanden. Das bedeutet aber nicht nur unnütz Zeit vergeudet, sondern erhöhter Kraftstoffverbrauch und erhöhter CO2-Ausstoß. Volkswirtschaftlich ist das eine ungeheure Verschwendung von Ressourcen. Um die Zahl der Staus in Zukunft zu reduzieren, arbeiten die europäischen Lkw-Hersteller gemeinsam mit der Europäischen Union am Thema vernetztes Fahren. Heute Vormittag sind die sechs wichtigsten Lkw-Hersteller zu einer bisher einmaligen Kolonnenfahrt nach Rotterdam aufgebrochen. Mit dabei auch Daimler Trucks mit seinen drei Highway Pilot Connect-Lkw. Martin Zeilinger, Leiter Daimler Trucks Vorentwicklung, erläutert die Ziele der Platooning Challenge:

O-Ton Martin Zeilinger

Das ist eine Sternfahrt, die von der niederländischen Verkehrsministerin ausgeschrieben wurde und zu der alle europäischen OEMs eingeladen sind, von ihrem Heimathafen nach Rotterdam zu fahren. Demonstriert wird das Platooning, darunter verstehen wir das elektronische Koppeln von Fahrzeugen untereinander, das auf öffentlichen Straßen schon funktioniert. (0:20)

Die drei Lkw von Daimler Trucks sind mit einer Ausnahmegenehmigung heute und morgen auf den deutschen Autobahnen unterwegs und werden von zahlreichen Journalisten begleitet. Die Lkw sind über WLAN miteinander vernetzt, fahren autonom und brauchen einen deutlich geringeren Sicherheitsabstand, erklärt Wolfgang Bernhard, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Daimler Trucks & Buses:

O-Ton Dr. Wolfgang Bernhard

Bei 80 Km/h braucht man normalerweise einen Sicherheitsabstand von 50 Metern, hier brauchen wir nur noch 15 Meter Sicherheitsabstand. Der Fahrer kann sich zurücklehnen, braucht nicht mehr Gas geben, nicht mehr lenken, weil er mit einer elektronischen Deichsel am Vordermann hängt. Er kriegt dann auch noch das Bild des ersten Lkw, also das, was er sieht, auf sein Display gespiegelt, sodass er weiß, was da vorne los ist. Und ansonsten braucht er nichts mehr machen. Wir verbinden jetzt bis zu drei Lkw miteinander, das heißt weniger Platzbedarf und weniger Spritbedarf. (0:34)

Wie beim Fahrradfahren nutzen die Lkw beim Platooning den Windschatten des Vordermanns aus. Doch nicht nur der Kraftstoffverbrauch und der CO2-Ausstoß werden dadurch verringert, sagt Martin Zeilinger:

O-Ton Martin Zeilinger

Es ist natürlich auch ein Sicherheitssystem. Wenn Sie heute mal auf die Straßen schauen, da wird ja doch nicht immer der Sicherheitsabstand eingehalten. Die Lkw-Fahrer fahren heute zum Teil schon dichter auf, als es erlaubt ist, und mit dieser elektronischen Kopplung und der Kopplung der Bremssysteme haben wir natürlich auch einen Sicherheitszugewinn. (0:18)

Die vernetzten Lkw kommunizieren sowohl untereinander als auch mit dem Kunden, dem Zoll oder der Spedition. So werden lange Wartezeiten vermieden und auch die Lkw-Leerfahrten können deutlich verringert werden. Bisher sind in Europa noch rund 25 Prozent aller gefahrenen Lkw-Kilometer Leefahrten! Alles in allem bringen die vernetzten Lkw einen deutlichen Vorteil für Mensch und Umwelt, betont Dr. Wolfgang Bernhard:

O-Ton Dr. Wolfgang Bernhard

Ich glaube, dass damit die Chancen größer werden, dass sich gesetzlich etwas tut. Das ist noch ein langer Weg, um so etwas zu ermöglichen. Zumindest zeigt es der Öffentlichkeit, dass wir innovationskräftig sind und dass sich die europäische Lkw-Industrie, insbesondere Daimler, in der Lage sieht, solche Innovationen relativ kurzfristig auf die Straße zu bringen. (0:18)

Abmoderation:

Bis 2020 wollen die wichtigsten europäischen Lkw-Hersteller, darunter auch der Maktführer Daimler Trucks, die vernetzten Lkw auf die Straße bringen. Bis dahin müssen aber noch einige Fragen zu Haftung und Akzeptanz geklärt werden. Mit der Kolonnenfahrt nach Rotterdam soll den Herstellern ermöglicht werden, die Technologie auf öffentlichen Straßen ausgiebig zu testen und dadurch mehr Erfahrung zu sammeln. Am Mittwochvormittag werden die Lkw am Hafen von Rotterdam von der niederländischen Ministerin für Infrastruktur und Umwelt Melanie Schultz empfangen.

ACHTUNG REDAKTIONEN: Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Sendemitschnitt bitte an ots.audio@newsaktuell.de.

Pressekontakt: Ansprechpartner: Daimler AG, Uta Leitner, 0711 1753058 all4radio, Claudia Ingelmann, 0711 327 77 590

Quelle: news aktuell GmbH

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