„Integration behinderter Menschen in den Unternehmen ist ein tägliches Thema, das ins Bewusstsein gerückt werden muss“

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Quelle: ots.Audio

Stuttgart (ots) –

Daimler Personalvorstand Wilfried Porth über Berufschancen und Ausbildungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung im Stuttgarter Konzern INTERVIEW MIT DAIMLER-PERSONALVORSTAND WILFRIED PORTH

Anmoderation:

Am 3. Dezember findet traditionell der „Internationale Tag der Menschen mit Behinderung“ statt. Der von den Vereinten Nationen ausgerufener Gedenktag soll das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Probleme von Menschen mit Behinderung wachhalten. Eine große Rolle bei der Integration von behinderten Menschen im Alltag spielt dabei die Arbeitsplatzsituation. Große Unternehmen sind verpflichtet, Menschen mit Behinderung zu beschäftigen. Doch von dieser Verpflichtung kann sich ein Unternehmen durch Zahlung einer Abgabe befreien lassen. Rund 30.000 Unternehmen in Deutschland machen das. Nicht so die Daimler AG, die die gesetzlich vorgeschriebene Quote sogar um 20 Prozent übertrifft. Für die Daimler AG sind Menschen mit Behinderungen ganz normale Mitarbeiter mit vielfältigen Berufschancen im Unternehmen. Wir haben uns mit Personalvorstand Wilfried Porth über das Thema Inklusion bei der Daimler AG unterhalten:

1. Frage: Herr Porth, wie wichtig ist das Thema „Menschen mit Behinderung“ bei der Daimler AG? Erstmal haben wir sehr viele Menschen mit Behinderung bei uns im Betrieb. Wir haben eine Quote von ungefähr sechs Prozent. Das sind dann über 8.000 Mitarbeiter, die bei uns in den Betrieben beschäftigt sind. Und denen bieten wir ein Umfeld, dass sie ihre Leistung voll zur Entfaltung bringen können. (0:16)

2. Frage: Was muss Ihr Unternehmen Menschen mit Behinderung bieten, damit sie voll ins Arbeitsleben integriert werden können? Das hängt natürlich sehr stark von der Behinderung selbst ab. Wenn Sie sehr stark körperlich behindert sind das von Sicht- oder Sehhilfen oder bei Gehörlosen müssen wir eben andere Hilfsmittel zur Verfügung stellen, das die arbeiten können. Von Hebewerkzeugen bis hin zu Sitzmöglichkeiten. Also es gibt ganz vielfältige Unterstützungen die wir brauchen, eben immer an die jeweilige Behinderung angepasst. (0:28)

3. Frage: Schwieriger dürfte es sein, Menschen mit Handicap in den Produktionsprozess zu integrieren. Wie gelingt das am Band? Wir haben dort einen so genannten „Supermarkt“ eingerichtet. Dort nehmen die Mitarbeiter fahrzeugspezifische Teile heraus und machen dort Sets. Und dort muss natürlich sichergestellt werden, dass nur die richtigen Teile für das jeweilige Fahrzeug rausgehen und dafür gibt es optische Hilfen. Und die helfen natürlich auch den Menschen mit Sehbehinderung, dass sie die richtigen Teile packen können. Aber insgesamt wird eben sichergestellt, dass wir hier die richtige Qualität ins Fahrzeug einbauen. (0:26)

4. Frage: Kann also Daimler Menschen mit allen möglichen Behinderungen einsetzen? „Alle“ wäre sicher sehr weit gefasst, aber es geht sehr viel. Da muss man eben immer schauen, ob es im Angestelltenbereich ist, ob es im Produktionsbereich ist. Und die Bandbreite der Behinderungen ist wirklich von einfachen körperlichen Behinderungen bis hin zu psychischen Erkrankungen, die natürlich noch eine besondere Aufmerksamkeit brauchen. Und das lässt sich darstellen, es ist nur die Frage, wie man das Umfeld darauf vorbereitet. (0:23)

5. Frage: Wie funktioniert die Zusammenarbeit von nicht-behinderten und behinderten Mitarbeitern in der täglichen Praxis? Die Zusammenarbeit von behinderten und nichtbehinderten Menschen bietet ganz neue Perspektiven und Rücksichtnahmen. Und das ist auch ganz klar eine Form von Vielfalt, die am Ende auch Innovationen hervorbringt. Wenn Sie mal ganz praktisch an die Fahrzeuge denken, die behinderten Menschen Mobilität ermöglichen dann ist das auch entstanden, weil sich Behinderte und Nichtbehinderte damit beschäftigt haben. Und das passiert bei uns in der Entwicklung oder in den Niederlassungen in gleichem Maß. (0:33)

6. Frage: Inklusion ist seit einigen Jahren das Schlagwort für die Integration behinderter Menschen. Ist in diesem Bereich schon alles erreicht, was möglich ist? Das wäre vielleicht doch etwas zu mutig. Es ist immer noch ein tägliches Thema, man muss das immer wieder ins Bewusstsein bringen. Und dafür haben wir die Schwerbehindertenvertretungen, da sind wir sehr gut ausgestattet. Die bringen die Themen immer wieder nach vorne, machen sie transparent, setzen Prioritäten. Wie bei vielen anderen Themen auch: es läuft nicht von alleine, man muss sich darum kümmern. (0:22)

Abmoderation

Anlässlich des „Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung“ am 3. Dezember hat die Daimler AG heute in einem Pressegespräch über das Thema Inklusion im Konzern informiert.

ACHTUNG REDAKTIONEN: Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Sendemitschnitt bitte an ots.audio@newsaktuell.de.

Pressekontakt: Ansprechpartner: Daimler AG, Oliver Wihofszki, 0711 17 40650 all4radio, Hermann Orgeldinger, Claudia Ingelmann 0711 3277759 0

Quelle: news aktuell GmbH

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