Daimler sieht Chance für Stabilisierung auf dem Nutzfahrzeugmarkt im Jahr 2010 – Vorstand Andreas Renschler freut sich über Zuwächse bei Marktanteilen trotz schwerer Markt-Einbußen 2009

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Quelle: ots.Audio

Stuttgart (ots) – Sie hat das Jahr 2009 in der Autoindustrie geprägt: Die Abwrackprämie. Dank der staatlichen Unterstützung für Neuwagenkäufer ist der Pkw-Markt in Deutschland in diesem Krisenjahr doch nicht eingebrochen. Ganz anders sah es bei den Nutzfahrzeugen aus. Transporter, Busse und vor allem Lastwagen sind Investitionsgüter – viele Unternehmen haben sich mit solchen Anschaffungen in der Wirtschaftskrise sehr zurückgehalten. Die Folge: Teils dramatische Einbrüche bei den Nutzfahrzeugherstellern. Auch der Marktführer Daimler hatte damit zu kämpfen. Daimler-Nutzfahrzeug-Vorstand Andreas Renschler ist zum Jahresende dennoch froh, wie seine Sparte dasteht. Denn trotz der Absatz-Rückgänge vor allem bei den Lkw hat Daimler Marktanteile hinzu gewonnen. Für 2010 ist der Daimler-Vorstand zuversichtlich.

Interview mit Andreas Renschler

1. Herr Renschler, das Jahr 2009 war alles andere als einfach auf dem weltweiten Nutzfahrzeugmarkt. In wenigen Tagen beginnt ein neues Jahr – wie sieht denn Ihre Prognose für 2010 aus? Bei aller Vorsicht zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung: Ich denke, der weltweite Nutzfahrzeugmarkt hat die Talsohle erreicht, und wir sehen in unseren Auftragseingängen in vielen Regionen zumindest den Beginn einer leichten Markterholung 2010. (0:16)

2. Mit welcher Strategie gehen Sie in dieses neue Jahr? Die Strategie hat sich ja 2009 nicht geändert und wird sich auch 2010 nicht ändern. Wir haben uns die strategische Ausrichtung aufgeschrieben in unserem Programm „Global Excellence“ – oder anders übersetzt: mit der richtigen Einstellung einen guten Job zu machen. Wichtig ist, dass wir die Marktzyklen, die in unserem Geschäft ja immer da sind, beherrschen. Trotzdem muss man natürlich sagen: 2009 war jetzt nicht ein normaler Marktzyklus, das war wirklich eine große Finanzkrise, die dann letztendlich uns sehr stark getroffen hat. Wir sehen Möglichkeiten, zu wachsen, vor allen Dingen, wenn es um die so genannten BRIC-Staaten geht, das heißt Brasilien, Russland, Indien und China. Dort haben wir unsere Programme auch im schwierigen Jahr 2009 weitergeführt und werden dieses auch 2010 weiter treiben. (0:48)

3. Was können Sie denn konkret zu den Absatzzahlen im Jahr 2009 sagen? Fakt war: Wir haben natürlich Marktrückgänge gehabt, die ihresgleichen suchten; in Europa beispielsweise bis zu 50 Prozent Marktrückgang. Deshalb hat es mich natürlich 2009 sehr gefreut, dass wir in sehr vielen Regionen trotz dieser schwierigen Marktsituation Marktanteile gewinnen konnten. In Europa beispielsweise waren wir in der Lage, plus 2 Prozent an Marktanteil zu gewinnen. Das heißt zusammengefasst, auch in diesem schwierigen Marktumfeld: Wenn sich heute ein Kunde für einen Lkw interessiert, steht Mercedes-Benz Lkw ganz weit vorne. (0:32)

4. Bei den Bussen konnten Sie entgegen dem Trend in vielen Märkten zulegen. Wie ist das zu erklären? Ja, auch dort: Wir haben die richtigen Produkte für unsere Kunden. Vor allen Dingen im Stadtbus sieht man das, da waren wir dieses Jahr sehr erfolgreich. Wir gehen davon aus, dass wir auch 2010 profitabel sein können. Auch für die Busse spielt Indien, Russland und China natürlich eine große Rolle. Darüber hinaus haben wir jetzt gerade einen neuen Hybrid-Bus vorgestellt, den Hybrid-Citaro, den Stadtbus, mit einer relativ neuen Technologie mit Radnabenmotoren. Der ist jetzt gerade im Einsatz, auch hier in Stuttgart, aber auch in Rotterdam und Hamburg. Und wir denken, mit diesen Produktinnovationen zusätzlich ganz gut aufgestellt zu sein. (0:33)

5. Im Rückblick auf 2009 und im Ausblick auf 2010 – was bedeutet die Lage für die Beschäftigten an den Nutzfahrzeug-Standorten in Deutschland, also in Stuttgart, Mannheim, Ulm, Wörth, Gaggenau und Kassel? Immerhin haben Sie es geschafft, in diesem schwierigen Jahr mit rund 50 Prozent Absatz-Minus ohne Entlassungen auszukommen… Wir waren für 2009 zusammen in den Werken gut vorbereitet. Wir haben sehr hohe Arbeitszeitkonten gehabt, von denen wir partizipiert haben. Wir haben einen Teil unserer temporären Arbeitskräfte abbauen müssen und konnten so die Beschäftigung in den deutschen Nutzfahrzeugstandorten nachhaltig sichern. Es ist wichtig, dass wir auch im nächsten Jahr mit den Mitarbeitern und dem Betriebsrat vor Ort an einem Strang ziehen. Und ich denke alle, die daran beteiligt waren, an jedem Standort – die Mitarbeiter, die Führungskräfte, die Betriebsräte – haben das gemacht und haben einen hervorragenden Job gemacht. Und ich bin deshalb auch für 2010 zuversichtlich, dass es uns gelingen wird. Wenn wir zusammen an einem Strang ziehen, können wir diese Situation meistern. (0:43)

Abmoderation: Daimler-Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler mit dem vorsichtig optimistischen Ausblick auf das Jahr 2010.

ACHTUNG REDAKTIONEN: Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Sendemitschnitt bitte an ots.audio@newsaktuell.de.

Pressekontakt: Daimler Nutzfahrzeuge, Heinz Gottwick, 0711 17 41525 all4radio, Wolfgang Sigloch, 0711 3277759 0

Quelle: news aktuell GmbH

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