Härtester Winter seit 30 Jahren hält Räumkommandos auf Trab – Chef der Straßenmeisterei im Kreis Steinburg (Schleswig Holstein) „Manche Mitarbeiter müssten mit Nachnamen Unimog heißen“

0
169


Quelle: ots.Audio

Deutschland (ots) – „Schneewalze wütet über Deutschland!“ – „Eiswinter hält Deutschland weiter gefangen!“ – „Der Norden erstickt im Schnee!“: Das sind nur drei von vielen Schlagzeilen der letzten Tage. Der Sturm Miriam bescherte uns das dritte große Schneechaos des Winters. Auf den Autobahnen gab es Staus bis zu 70 km; auf der A45 saßen Autofahrer 18 Stunden lang komplett fest. Es wäre noch viel schlimmer gekommen, wenn die Männer von den Straßenmeistereien nicht buchstäblich pausenlos im Einsatz wären. So verzeichnete die Straßenmeisterei im Kreis Steinburg in der Nähe von Hamburg, den 45. Wintereinsatztag. Thorsten Grap, der Leiter der Behörde:

1. O-Ton Thorsten Grap Ja, wir haben relativ spät einen Winter gekriegt, dafür dann aber heftig. Seit dem 14. Dezember sind wir fast im Dauereinsatz. Wir haben für norddeutsche Verhältnisse sehr viel Schnee, seit 30 Jahren das erste Mal wieder einen richtigen lang anhaltenden Winter mit viel Schnee. Das bedeutet natürlich auch für die Belegschaft eine besondere Herausforderung und natürlich auch eine besondere Belastung. (0:25)

In Norddeutschland herrscht der härteste Winter seit 30 Jahren. Allein am letzten Januarwochenende gab’s zwischen 20 und 30 cm Neuschnee – was noch gar nicht so schlimm gewesen wäre, hätte nicht eine steife Brise den Schnee verweht, so dass es auf den Straßen zu meterhohen Schneeverwehungen kam. Ein Glück, dass Thorsten Grap und seine Kollegen eine Allzweckwaffe in solchen Fällen haben:

2. O-Ton Thorsten Grap Der Unimog ist für uns der optimale Geräteträger, wir haben Marktforschung betrieben, wir haben uns auch andere Gerätekonzepte angesehen, wir kommen immer wieder auf Unimog zurück, weil es nichts Vergleichbares gibt. (0:10)

Unimog ist die Abkürzung für „Universal-Motor-Gerät“. Die allradgetriebene Arbeits- und Zugmaschine wird vor allem im kommunalen Bereich, im Baugewerbe und in der Forst- und Landwirtschaft eingesetzt. Seit 1951 hat Mercedes-Benz den Alleskönner im Programm. Besonders im Winter ist er für die Straßenmeistereien das wichtigste Fahrzeug:

3. O-Ton Thorsten Grap Für den Unimog spricht generell und insbesondere im Winter sein hohes Maß an Zuverlässigkeit. Ich kann das Fahrzeug abends abstellen und weiß, dass es morgens wieder anspringt. Wir haben kaum Geräteausfälle, was das Fahrzeug anbelangt. Andere Teile fallen durch die starke Nutzung, gerade jetzt im Winterdienst, häufiger aus. Die Fahrzeuge waren bisher noch nicht darunter. (0:20)

Nicht selten hat ein Unimog 15 und mehr Jahre auf dem Buckel. Auch die Straßenmeisterei im Kreis Steinburg hat erst vor kurzem einen 20 Jahre alten Unimog ausgetauscht. Ein großer Vorteil im Winterbetrieb: der Unimog hat eine Vollkunststoff-Karosserie. Das schützt das Fahrzeug vor dem aggressiven Salznebel. Bei den Fahrern sind diese Fahrzeuge auch wegen des Führerhauses so beliebt, das fast an ein Flugzeug-Cockpit erinnert:

4. O-Ton Thorsten Grap Ja die Fahrerkabine ist das Arbeitsumfeld, der Arbeitsplatz unserer Fahrer. Und da kommt es natürlich darauf an, dass der Fahrer Bedingungen vorfindet, die ihm ein konzentriertes Arbeiten möglich machen, gerade unter den Witterungsbedingungen im Winter. Die Streufahrzeugfahrer fahren natürlich auf ungeräumten und ungestreuten Straßen mit eben extremen Bedingungen und müssen sich auf das Fahren voll konzentrieren können. Und da kommt es natürlich ihnen zu Gute, wenn sie vernünftig sitzen können, wenn die Fahrerkabine vernünftig aufgeheizt ist, es nirgendwo zieht, wenn man auch vernünftig gucken kann. Und das bietet der Unimog. (0:33)

Für die Straßenmeistereien ist der Unimog unverzichtbar, für die Fahrer ist er Kult. Da verzichtet manch einer lieber auf die Beförderung, wenn die ihn in den Innendienst und damit weg vom Unimog führen würde:

5. O-Ton Thorsten Grap Ja, wir haben einige Mitarbeiter, die eigentlich mit Nachnamen Unimog heißen müssten, die sich von ihrem Fahrzeug auch nicht trennen können. Auch wenn ihnen Stellen angeboten werden, auf denen man vielleicht etwas mehr verdienen könnte, sie sind so mit ihrem Unimog verhaftet, dass sie das um keinen Preis aufgeben möchten. (0:15)

Abmoderation Deutschland erlebt den härtesten Winter seit 30 Jahren. Dass wir Autofahrer nicht mehr darunter leiden, das haben wir den Männern von den Straßenmeistereien zu verdanken. Und ihrem Gerät, zum Beispiel dem Mercedes-Benz Unimog.

ACHTUNG REDAKTIONEN: Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Sendemitschnitt bitte an ots.audio@newsaktuell.de.

Pressekontakt: Daimler AG, Nutzfahrzeug-Presse Michael Gutzeit 0711 1752410 all4radio, Hermann Orgeldinger, 0711 3277759 0

Quelle: news aktuell GmbH

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here