Was zeichnet einen guten Formel-1-Wagen aus?

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Wenn die Starterflagge auf den Grand-Prix-Pisten geschwenkt wird, steigt auch bei den Fans der Adrenalinspiegel. Das Dröhnen der hochgezüchteten Motoren, das Quietschen der Reifen und die futuristisch anmutenden Boliden locken die Zuschauer zu Millionen in die Stadien und vor die Bildschirme. Formel-1-Rennen gehören seit jeher auch zu den populärsten Sportwetten.

So ähnlich sich die Wagen zum Teil auch sehen, so wichtig sind die kleinen Unterschiede, wenn es um die Leistung und die Zuverlässigkeit geht. Das Team von Williams, das in der vergangenen Saison mit gerade mal sieben Punkten in der Konstrukteurswertung als schlechtestes abschnitt, hat aufgrund von Schwierigkeiten mit den Wagen sogar den Trainingsauftakt zur neuen Saison verpasst.

Die Spitzenplätze fechten hingegen seit Jahren Mercedes und Ferrari unter sich aus, obwohl auch Red Bull sich tapfer schlägt. Seit Jahren kommt es immer mehr auf die Technik der Boliden an. Das fahrerische Talent macht weniger Unterschied als in den ersten Jahrzehnten, denn nur Spitzenfahrer können überhaupt noch mit den Autos mithalten.

Dabei sind nicht nur Fahrer, sondern auch Fahrzeuge zu Legenden geworden. Als einer der schönsten Rennwagen aller Zeiten gilt Ayrton Sennas Lotus-Renault 97T von 1985. Der schwarze Bolide mit der goldenen Aufschrift wog gerade mal 540 Kilogramm und brachte es bei 1,5 Liter Hubraum auf 671 kW.

Senna saß ebenfalls hinter dem Lenkrad des ebenso schönen wie erfolgreichen McLaren MP 4/6, in dem er 1991 seinen dritten und letzten Weltmeistertitel einfuhr. Der Zwölfzylinder brachte es auf 529 kW und 720 PS, und McLaren gewann damit auch die Konstrukteursweltmeisterschaft.

Bei Fans unvergessen ist der Jordan 191, in dem Michael Schumacher 1991 sein Auftaktrennen in der Formel 1 absolvierte. Zwar hielt die Kupplung nur wenige Meter weit durch, aber sowohl Jordans Fahrzeuge wie Fahrer beeindruckten von da an die Menge.

Der erste echte Superstar unter den Rennwagen der 1950 gegründeten Formel 1 war der Maserati 250F. Der 260 PS starke zigarrenförmige Wagen gewann 1954 gleich bei seinen ersten zwei Rennen, holte aber erst drei Jahre später den ersten Titel. Selbst auf der Straße war der 250F mit Glück zu erspähen: Maserati verkaufte 33 Stück von dem Modell.

Auch Lotus machte Kasse mit Rennwagen, die an normale Kunden gingen. Geschichte machte dabei 1962 der Lotus 25, und zwar wegen einer technischen Neuerung. In der Formel 1 machte eine Schale aus Aluminium mit drei Querschotts statt des bis dahin üblichen Gitterrohrrahmens die Zigarre auf Rädern kleiner, leichter, verwindungssteifer und auch sicherer. Der Lotus 25 war auf Anhieb der schnellste Wagen der Saison, und nachdem die ersten Kinderkrankheiten beseitigt waren, holte er 1963 den Titel.

Ungewöhnlich zuverlässig war der Ferrari 312T, der als erster Zwölf-Zylinder der Drei-Liter-Ära 1975 mit Legende Niki Lauda hinter dem Steuer Weltmeister wurde. Ein einziges Mal schaffte er es in der Saison nicht ins Ziel.

Auf superschnelle Autos setzen die meisten Rennfahrer auch privat. Eine Ausnahme ist Fernando Alonso, der neben Boliden auch einen Fiat 500 Abarth in seiner Kollektion hat. Der bringt es ab Werk „nur“ auf 205 Stundenkilometer.

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