Daimler Trucks-Vorstand Martin Daum: „Wir können dazu beitragen, dass das Weltklima besser wird“

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Quelle: ots.Audio

Las Vegas (ots) –

Bei der Premiere auf der CES in Las Vegas präsentiert der Lkw-Hersteller Neuheiten beim automatisierten Fahren INTERVIEW MIT MARTIN DAUM

Anmoderation

Einen Ausblick in die Zukunft der Mobilität gibt Daimler auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas, die heute (8.1.) offiziell beginnt. Zum ersten Mal dabei auf einer der größten Unterhaltungselektronikmesse der Welt ist die Nutzfahrzeugsparte des Stuttgarter Unternehmens. Bei der Pressekonferenz im Keep Memory Alive Center informierte Martin Daum, im Vorstand der Daimler AG zuständig für Trucks und Buses, die Journalisten aus der ganzen Welt über neueste Technologieentwicklungen und die nächsten Schritte beim automatisierten Fahren. Wir haben uns nach der Pressekonferenz mit ihm unterhalten.

1. Herr Daum, die CES ist längst zum Trendmesser bei der Mobilität der Zukunft geworden. Zum ersten Mal ist Daimler auch als Nutzfahrzeughersteller dabei. Welche Bedeutung hat die CES für diese Sparte?

Die Bedeutung der CES wird immer mehr von uns, weil die großen Entwicklungsschritte, die wir derzeit im Truck sehen, sind unter anderem in allem, was mit Software und angewendeter ‚artificial intelligence‘ zu tun hat. Und da ist uns natürlich die Konsumindustrie mit ihrer riesigen, Milliarden zählenden Kundenbasis eine ganz wichtige Lead-Industrie, wo wir dann adaptieren können für unsere relativ kleinen 500.000-Kundenbasis. (0:30)

2. Welche Neuigkeiten präsentieren Sie auf der CES zum selbst fahrenden Lkw? Wir präsentieren wir zum einen das sogenannte ‚Level 2‘ – automatisiertes Fahren. Das heißt, das sind fahrerunterstützende Systeme. Der Fahrer ist weiterhin 100 Prozent in Kontrolle und verantwortlich für alles, was passiert. Aber er bekommt sowohl was im horizontalen Bewegungsbereich – das ist Beschleunigung und Bremsen – als auch im lateralen Bereich – was Lenken angeht – durch computergestützte Intelligenz Unterstützung. Das heißt, das macht das Fahren sicherer, effizient, das verbraucht weniger Sprit. Damit ist es auch deutlich umweltfreundlicher. Es macht einfach jeden Fahrer hinter dem Steuer deutlich besser. (0:42)

3. Daimler Trucks war der erste Hersteller, der vor fünf Jahren autonom fahrende Lkw vorgestellt hat. In dieser Technologie ist Ihr Unternehmen weltweit führend, das demonstrieren Sie hier in Las Vegas. Warum treiben Sie das Thema so voran? Autonomisiertes Fahren ist für uns bei Daimler eine wichtige Angelegenheit, ich würde nicht sagen, die einzige. Das Wichtigste ist immer noch: Sichere, zuverlässige und Sprit sparende Produkte, die man heute verkaufen kann. Und zwar in jeder Varianz in jedem Land der Welt. Und dann ist natürlich das Thema: Was ist möglich in einer komplett neuen Zukunft? Wo man vielleicht in 50 oder 100 Jahren zurückdenkt: Wie zurück war damals die Welt, als man noch Menschen hinter das Steuer von solchen Fahrzeugen gesetzt hat? Und wir waren Teil von dieser Entwicklung und haben sicherlich angefangen, die ersten ‚baby-steps‘ zu machen. Ohne zu wissen, wo das am Ende hinführt. Aber das ist am Ende immer eine sehr spannende Aufgabe – sowohl für den Ingenieur als auch den Manager. (0:41)

4. Wieviel investieren Sie in den nächsten Jahren in das hochautomatisierte Fahren? Die Investitionen sind sehr hoch: wir rechnen damit, dass wir bis zu 500 Millionen Euro, um herauszufinden, ob´s funktioniert oder nicht funktioniert. Und wenn wir 500 Millionen später herausfinden, dass es nicht funktioniert, dann war das sehr teuer. Das heißt, wir haben natürlich ein gewisses ‚Confidence Level‘, dass wir dieses Geld auch wiedersehen in Form von wirklich begeisternden Produkten und Kunden, die diese Produkte dann auch kaufen. (0:26)

5. Ein weiteres wichtiges Thema auf der CES ist die Vernetzung der Fahrzeuge. Auch hier ist Daimler weltweit führend. Wie wichtig ist das Thema? Wir haben im Augenblick 600.000 Autos draußen, die regelmäßig Daten senden. Wozu werden die Daten benutzt? Die werden zum einen benutzt, um die Fahrzeuge besser zu machen. Wir bekommen wesentliche Qualitätsinformationen über diese Fahrzeuge. Der Kunde kriegt dauernd einen Gesundheitschecks seines Fahrzeugs, weiß, wo es steht. Wir können ihm sagen: ‚Du musst jetzt zur Werkstatt gehen‘. Wir können ihm aber auch sagen: ‚Du kannst das Warnzeichen erstmal ignorieren, weil wir das Thema im Griff haben‘. Wir haben Treibstoffeffizienz-Daten, die der Kunde verwenden kann, um seine Flotte spritsparender zu machen. Da gibt es sehr sehr viele Informationen, die die Sicherheit und die Effizienz des Transportgewerbes erhöhen. (0:44)

9. Vorreiter war Daimler Trucks auch bei der Elektromobilität. Zuletzt haben Sie in zwei weiteren Segmenten neue Elektro-Lkw vorgestellt – einer für den Fernverkehr und einer für das mittelschwere Segment. Wann kommen die auf die Straße? Wir arbeiten sehr breit an elektrischen Fahrzeugen. Wir haben schon die Vision, dass wir in den nächsten Jahren, dass wir unser gesamtes Produktportfolio elektrifizieren. Das macht sicherlich am meisten Sinn bei Fahrzeugen, die – wir nennen es – im Depotbetrieb sind. Insbesondere Bus, Schulbus, Müllsammelbetriebe, die immer in das gleiche Depot zurückkommen und auf festen Routen fahren. Aber es wird weitergehen: Wir sind in den USA dabei, auch die Mittelstrecke zu elektrifizieren. Weil auch dort, denke ich, können wesentlichen Beiträge geleistet werden. Nicht nur, damit das lokale Klima besser wird, sondern auch das Weltklima. (0:39)

Abmoderation

Daimler-Nutzfahrzeug-Vorstand Martin Daum im Exklusivinterview. Die Truck-Sparte des Stuttgarter Unternehmens ist erstmals bei der CES in Las Vegas vertreten, eine der größten Messen für Unterhaltungselektronik.

Pressekontakt: Ansprechpartner: Daimler AG: Florian Martens, 0711 17-4 15 25 Maximilian Splittgerber, 049 711 17-3 14 89 Peter Smodej, 049 711 17-5 32 30 all4radio: Hermann Orgeldinger, 0711 3277759 0

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Quelle: news aktuell GmbH

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