Joachim Löw: „Die Anderen denken, Deutschland gehört vom Thron gestoßen“ – Mäßiger 2:1-Sieg gegen Saudi-Arabien

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Quelle: ots.Audio

Leverkusen (ots) –

Anmoderation:

Die Operation Titelverteidigung hat für die deutsche Nationalmannschaft begonnen, doch die WM-Generalprobe war nicht gerade überzeugend. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat am Freitagabend in Leverkusen gegen WM-Teilnehmer Saudi-Arabien mit Ach und Krach einen 2:1-Sieg geschafft. Dem amtierenden Weltmeister steckte das Trainingslager sichtbar in den Knochen. Und um ein Haar hätte Saudi-Arabien kurz vor Schluss sogar noch den Ausgleich geschossen. Ein echter WM-Test war die Partie gegen den 67. der FIFA-Rangliste zum Glück nicht. Bei den deutschen Spielern war die Angst, sich im letzten Spiel vor dem großen Turnier zu verletzen, deutlich spürbar. Jens Nowotny, 48-facher ehemaliger Nationalspieler betonte im Mercedes-Benz Sportpresseclub, dass er es sehr gut verstehen kann, dass die Spieler nicht mit vollem Einsatz am Werk waren:

O-TON Jens Nowotny

Also das ist mit Sicherheit in jedem Hinterkopf drin, dass man die Zweikämpfe nicht mit der letztendlichen Konsequenz angeht. Da ist das Ergebnis zweitrangig. (0:09)

Joachim Löw hatte im Vorfeld des letzten Testspiels vor der WM betont, dass nicht das Ergebnis wichtig sei, sondern vielmehr die Art und Weise, wie sich die Mannschaft gut eine Woche vor dem ersten Vorrundenspiel gegen Mexiko präsentieren würde. Doch dass der Bundestrainer nicht zufrieden war, hat jeder im Stadion und am TV-Gerät gesehen. Denn Löw weiß, dass die echten Brocken erst in Russland kommen. Und die Titelverteidigung ein schweres Stück Arbeit wird:

O-Ton Joachim Löw

Der Druck ist generell immer groß, wenn Deutschland zu einem Turnier fährt. Weil, alle wollen ja irgendwie in Deutschland, dass man ins Halbfinale, Finale kommt, möglichst den Titel mit nach Hause bringt. Aber ein Unterschied zu Brasilien ist schon gegeben. In Brasilien sind wir so ein bisschen mitgelaufen mit einigen anderen. Der ganz große Druck, der lastete auf dem Gastgeber Brasilien – 200 Millionen Land, die größte Fußballnation bis dato mit, ich glaube, fünf WM-Titeln. Also da war schon der Druck eher beim Gastgeber. Wir sind so ein bisschen mitgelaufen, konnten uns in das Turnier so langsam ein bisschen reinspielen. Jetzt waren wir Weltmeister, Confed-Cup Sieger, Qualifikation mit 10 gewonnenen Spielen – jetzt ist natürlich klar: Deutschland gehört irgendwie jetzt mal vom Thron gestoßen. Das denken natürlich die anderen Mitfavoriten und von daher wird es schon ein bisschen eine andere Ausgangssituation. (0:45)

Im Mercedes-Benz Sportpresseclub war aber weniger der letzte Test vor der WM das beherrschende Thema, als die Frage, ob das Team von Joachim Löw schon in der Vorrunde gefordert wird, oder erst ab dem Achtelfinale. VfB Stuttgart Sportvorstand Michael Reschke warnte davor, die Vorrunde allzu locker anzugehen:

O-TON Michael Reschke

Ein Spaziergang wird es bei der Weltmeisterschaft definitiv nicht, sondern es wird in jedem Spiel eine große Herausforderung, weil eigentlich zwei Dinge entscheidend sind. Unabhängig von den einzelnen Ergebnissen, die natürlich an sich schon wichtig sind, wird es für die deutsche Mannschaft ganz wichtig sein, Rhythmus in das Turnier reinzubringen, um dann eben auch für die K.O-Runde optimal vorbereitet zu sein. (0:22)

Nach dem letzten Test vor der WM hat Joachim Löw seiner Mannschaft bis Dienstag freigegeben. Eine Pause, auf die sich die Nationalspieler nach dem anstrengenden Trainingslager in Eppan sicher freuen. Am Dienstag geht es dann vom Frankfurter Flughafen aus nach Moskau. Und am Sonntag steht die erste Vorrundenbegegnung gegen Mexiko an. Und nach der nicht gerade überzeugenden Leistung in Leverkusen, steigt jetzt der Druck. Doch Jens Nowotny ist sich sicher, den steckt die Mannschaft weg:

O-TON Jens Nowotny (0’24) Es sind genug Spieler dabei von Bayern München, die es gewohnt sind, gejagt zu werden oder von Real oder von Juve, die auch immer vorne weglaufen und alles hinterher. Das heißt: Von dem her gesehen dürfte der Druck nichts Ungewöhnliches sein. Wichtig ist halt, dass man das Verständnis in der Öffentlichkeit, von den Fans, dann auch mitnehmen kann, weil das auch sehr wichtig ist, um eine ruhige und konzentrierte WM zu spielen. (0:24)

Auch Oliver Bierhoff kennt als ehemaliger Nationalstürmer und Schütze des „Golden Goals“ im EM-Finale 1996 gegen Tschechien den Druck, der auf dem ganzen Team vor einem großen Turnier lastet. Aber auch er ist sicher, die Mannschaft von Joachim Löw kommt damit klar…

O-TON Oliver Bierhoff

Wir sind die Gejagten und nach der hervorragenden Qualifikation gehören wir auch zu den Favoriten. Also dieser Rolle müssen wir uns stellen und wir selber haben ja auch den Anspruch, nie aufzuhören, uns immer weiterzuentwickeln. „Best Never Rest“ – das ist genau der Spruch, der eigentlich für uns zählt. Und ein Titel zu verteidigen, ist natürlich noch weitaus schwieriger und ist aber auch wieder ein Schuss mehr Motivation für uns fokussiert zu bleiben. (0:22)

Abmoderation:

Deutschland hat Saudi-Arabien im letzten WM-Test in Leverkusen knapp mit 2:1 besiegt. Jetzt haben die Spieler noch einige Tage frei, bevor es am Dienstag nach Moskau geht. Die WM in Russland beginnt am Donnerstag, Deutschland trifft im ersten Gruppenspiel am Sonntag (17.6.) um 17 Uhr auf Mexiko.

Pressekontakt: Mercedes-Benz, Claudia Merzbach, 0711 17 95379 Jan Weber, 0711 17 95299 all4radio, Hermann Orgeldinger, 0711 3277759 0

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Quelle: news aktuell GmbH

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