Mit dem neuen Prüfzyklus WLTP sind Autos besser vergleichbar

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Quelle: ots.Audio

Stuttgart (ots) –

Nach einem Vierteljahrhundert ist das bisherige Prüfverfahren abgelöst worden: Mercedes-Benz informiert in einem Workshop Journalisten über die Vorteile des neuen Verfahrens

MANUSKRIPT MIT O-TÖNEN

Anmoderation:

Reproduzierbar, vergleichbar und praxisnäher: Nach einem Vierteljahrhundert hat das neue Abgasprüfverfahren WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicle Test Procedure) den bisherigen Prüfzyklus für die erstmalige Zulassung neuer Fahrzeugmodelle abgelöst. Das alte Verfahren (NEFZ) stand seit Jahren in der Kritik, weil die Schere zwischen gemessenen Werten am Prüfstand und dem realen Verbrauch zu weit auseinanderklaffte. Was am neuen Verfahren, das seit letztem September angewandt wird besser ist, erläutert Erik Pellmann, DEKRA Abgasexperte:

O-Ton Erik Pellmann, DEKRA

Die Fahrkurve des NEFZ galt als veraltet mit den konstanten Beschleunigungen, den konstanten Geschwindigkeiten, sehr geringen Durchschnittsgeschwindigkeiten allgemein, den langen Stillstandsphasen, welche Systeme wie Start/Stopp überrepräsentiert hat. Des Weiteren waren Randbedingungen allgemein sehr weit auslegbar. Sonderausstattungen wurden nicht berücksichtigt hinsichtlich des Gewichtes. Auch eine zusätzliche Beladung des Fahrzeugs wurde ebenfalls nicht berücksichtigt. (0’30)

Für den von den Vereinten Nationen für den weltweiten Einsatz entwickelten harmonisierten Prüfzyklus wurden eine Vielzahl echter Fahrdaten verwendet, die im Alltagsbetrieb auf der Straße erhoben worden sind. Eine Typgenehmigung durch die Behörden gibt’s jetzt nur noch, wenn die CO2-Emissionen auf Basis des WLTP ermittelt wurden und das Fahrzeug die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte einhält. Was das neue Prüfverfahren für die Autohersteller bedeutet, hat Mercedes-Benz in dieser Woche Journalisten in einem Workshop in Stuttgart aufgezeigt. Mercedes-Benz Experte Christoph Höhmann:

O-Ton Christoph Höhmann

Auch Messverfahren müssen mit der Zeit gehen, schließlich haben sich Fahrzeuge und Nutzungsverhalten in den vergangenen 25 Jahren stark verändert. Der neue WLTP soll die Defizite des bisherigen Verfahrens beseitigen und dem Anspruch einer weltweiten Harmonisierung von Testverfahren gerecht werden. Für den neuen Testzyklus wurden reale Fahrdaten aus einem umfangreichen, weltweiten Messprogramm verwendet. Die ermittelten Verbrauchswerte werden die Kundenverbrauchswerte realitätsnäher abbilden. Die Verbraucherinformation wird also verbessert. Es wird ein zusätzlicher Anreiz geschaffen, effizienzsteigernde Technologien einzusetzen, da diese in einem erweiterten Testverfahren ihre Wirkung besser zeigen können (0’40)

Das neue Mercedes-Coupé CLS, das in wenigen Wochen auf den Markt kommt, ist der erste PKW mit dem Stern, der nach dem neuen Prüfverfahren zertifiziert wurde. Doch nicht nur für die Hersteller bringt der WLTP Veränderungen, auch für die Kunden wird sich Einiges ändern:

O-Ton Christoph Höhmann

Für unsere Kunden schafft der WLTP erst einmal einen besseren Vergleichsmaßstab der Verbrauchs- und Emissionswerte verschiedener Fahrzeugmodelle. Mit dem WLTP werden zum Beispiel die einzelnen Ausstattungen eines Fahrzeugs bei der Verbrauchsermittlung berücksichtigt. Die Transparenz für den Kunden wird also gesteigert. Das ist ein großer Vorteil. Allerdings ist zu erwarten, dass im Vergleich zu den bisher nach NEFZ zertifizierten Fahrzeugen die numerischen CO2-Werte um rund 22 Prozent ansteigen. Ein und dasselbe Fahrzeug weist also vermeintlich schlechtere – und das ist wichtig, „vermeintlich schlechtere“ – Werte auf, obwohl die Effizienz des Fahrzeugs natürlich vollkommen identisch ist. Im täglichen Betrieb der Fahrzeuge entstehen sehr viele unterschiedliche und individuelle Verbrauchswerte, da jede einzelne Fahrt sich bei Streckenverlauf, Zuladung, Witterungsbedingungen und Fahrstil unterscheidet. Ein reproduzierbares Testverfahren muss prinzipiell aus dieser großen Bandbreite der Verbrauchswerte einen Ausschnitt abbilden. Mit dem WLTP wird dieser Ausschnitt aber deutlich repräsentativer. (0’57)

Genau 30 Minuten verbringt ein Testfahrzeug beim WLTP auf dem Prüfstand, rund zehn Minuten länger als beim NEFZ bisher. Die Werte für Stickoxide und Partikel ermittelt der Gesetzgeber ab sofort auch auf der Straße. Dazu gibt’s eine eigene Testprozedur, die unter dem Namen Real Driving Emissions (RDE) firmiert. Noch einmal DEKRA Abgasexperte Erik Pellmann:

O-Ton Erik Pellmann, DEKRA

Wir packen im Prinzip unser ganzes Abgaslabor in einen kleinen Koffer und fahren damit eine Abgasmessung auf der Straße. Und da ist natürlich klar, dass auf der Straße verschiedene Randbedingungen herrschen, also in der Realität. Ich habe eine größere Temperaturspreizung, ich fahre kein festes Fahrprofil, hab mich auf neue Situationen einzustellen und decke deswegen einen viel größeren Bereich auch des Kennfeldes des Fahrzeugs ab. (0’25)

Abmoderation:

Seit September letzten Jahres gelten neue Prüfverfahren für Verbrauchs- und Emissionswerte der Fahrzeuge. Mercedes-Benz Experten haben in dieser Woche in einem Workshop Journalisten über die Vorteile informiert.

ACHTUNG REDAKTIONEN: Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Sendemitschnitt bitte an ots.audio@newsaktuell.de.

Pressekontakt: Ansprechpartner: Mercedes-Benz, René Olma, 0711 17 93314 Mercedes-Benz, Karin Buchmann, 0711 17 58317 all4radio, Hermann Orgeldinger, 0711 3277759 0

Original-Content von: Mercedes-Benz, übermittelt durch news aktuell

Quelle: news aktuell GmbH

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