Dr. Dieter Zetsche: „Wir werden den Weg beim Diesel konsequent fortsetzen und damit den Wandel finanzieren, der uns letztendlich zur Elektromobilität bringen wird“

0
427

Quelle: ots.Audio

Berlin (ots) –

Exklusiv-Interview mit Daimler-Chef Dr. Dieter Zetsche vor der Hauptversammlung, die heute um 10 Uhr in Berlin begonnen hat

Anmoderation:

Die Botschaft, die Daimler-Chef Dr. Dieter Zetsche gerade (Beginn 10 Uhr) bei der Hauptversammlung den Aktionären des Konzerns überbringt, ist einfach, aber wichtig: Der Automobilindustrie steht ein Wandel bevor! Zetsche stimmt die rund 6.000 Aktionärinnen und Aktionäre im CityCube in Berlin auf große Veränderungen ein. Veränderungen, die sich der Konzern leisten kann, denn 2016 war für die Daimler AG ein Rekordjahr. Wir haben uns vor der Hauptversammlung mit Dr. Dieter Zetsche über den Weg zur Elektromobilität, über moderne Verbrennungsmotoren, den Anteil der Mitarbeiter am erfolgreichen letzten Jahr und neue Formen der Mobilität unterhalten:

1. Herr Dr. Zetsche, Sie haben schon viele Hauptversammlungen als Vorstandsvorsitzender hinter sich. Aber angesichts der Rekordzahlen Ihres Unternehmens ist die heutige HV sicher auch für Sie etwas Besonderes? Die aktuelle Hauptversammlung ist immer die relevanteste, aber sicherlich haben wir in diesem Jahr auch wirklich gute Nachrichten über das letzte Jahr zu berichten und das macht natürlich auch Freude. (0:11)

2. Was genau hat die Daimler AG im Jahr 2016 erreicht? Wir haben im Unternehmen insgesamt und in den meisten Divisionen unsere strategische Ziel-Profitabilität oder -Rendite erreicht. Wir haben das mit Mercedes lange vor dem uns selbst gesetzten Ziel, die Führerschaft unter den Premiumherstellern, sowohl von den abgesetzten Stückzahlen als auch vom Umsatz und der Profitabilität her, realisieren können. Und wir stehen insgesamt in einer sehr soliden Position der Stärke, aus der heraus wir den Wandel in die Zukunft selbstbewusst, aber auch mit Bescheidenheit betreiben. (0:36)

3. Und wie haben Sie diese Ziele erreicht? Es steht völlig außer Zweifel, dass die Rekordwerte, die wir im letzten Jahr erreichen konnten, die Rekorde unserer Mitarbeiter sind. Wir haben in allen Bereichen unheimlich viel Einsatz, unheimlich viel Begeisterung und auch unheimlich viel Kompetenz sehen können. Das hat uns letztlich zu diesen tollen Ergebnissen geführt. (0:17)

4. Bei der Hauptversammlung erwarten die Aktionäre, dass der Vorstandsvorsitzende die Strategie der nächsten Jahre aufzeigt, sozusagen die Regierungserklärung des Konzernchefs. Sie haben das in Ihrer Rede mit „Wandel“ überschrieben. Was genau bedeutet das? Wir wollen uns auf der einen Seite natürlich weiter auf die Entwicklung, Produktion und das Verkaufen von tollen, begeisternden Produkten fokussieren. Wir sind uns aber bewusst, dass in der Zukunft noch mehr gefordert sein wird. Über neue Technologien gibt es ganz viele neue Möglichkeiten, ob die über die Konnektivität, über das autonome Fahren, die Teilungswirtschaft, das „Sharing“, oder die Elektromobilität getrieben werden. All diese Felder erfordern schnelle, starke Innovationen von uns und auch mental, kulturell die Offenheit, die Flexibilität, die Geschwindigkeit, um in all diesen Feldern und auch in dem Zusammenspiel dieser Felder führend zu sein, mitzugestalten, von der Spitze her zu gestalten. Und genau diesem Wandel haben wir uns verschrieben. (0:48)

5. Sie senden von dieser Hauptversammlung ein deutliches Signal in Richtung Elektromobilität: Das Mercedes-Benz Concept EQ und der Mercedes-Benz Urban eTruck sind links und rechts der großen Bühne platziert. Signalisieren Sie damit Ihren Anteilseigentümern ganz bewusst – dahin geht der Weg? Wir sind ja seit vielen Jahren von den beiden primären Missionen getrieben: einerseits dem unfallfreien Fahren und andererseits dem emissionsfreien Fahren. Beiden Zielen kommen wir deutlich näher. Und im emissionsfreien Fahren als Ziel ist sicher die Elektromobilität der Weg dorthin. Wir haben im letzten Jahr unsere Erwartung auf die Geschwindigkeit dieser Transformation massiv gesteigert und in unseren Plänen hinterlegt. Wir gehen jetzt davon aus, dass in 2025 bereits 15 bis 25 Prozent unserer Produktion batterieelektrisch, vollelektrisch angetrieben sein wird. Und damit dies auch möglich wird, haben wir eine ganze Vielzahl von neuen batterieelektrischen Produkten unter der Marke EQ in unser Programm aufgenommen und arbeiten daran voll konzentriert. (0:54)

6. Was bedeutet diese Strategie hin zur Elektromobilität für den Verbrennungsmotor? Wir werden bei den bisher noch relativ geringen Durchdringungszahlen an Elektrofahrzeugen, die von den Kunden gefordert und gekauft werden, in den nächsten Jahren die entscheidenden Reduktionen in der CO2-Ausbringung nach wie vor mit dem Verbrennungsmotor, mit immer besseren Verbrennungsmotoren, realisieren. Und deswegen sind wir auch weiterhin dabei, hochmodere, wettbewerbsfähige Verbrennungsmotoren zu entwickeln und haben ja mit dem OM 654 vor einem Jahr in der E-Klasse bereits den mit Abstand saubersten Diesel, von Dritten so bestätigt, in den Markt eingeführt. Diesen Weg werden wir konsequent fortsetzen und damit auch den Wandel finanzieren, der uns letztlich dann zur Elektromobilität bringen wird. (0:44)

7. Es verändern sich aber nicht nur die Produkte, sondern auch Ihre Angebote. Sie sind schon lange kein reiner Fahrzeughersteller mehr… Wenn wir vom Wandel vom Automobilhersteller zum Mobilitätsanbieter sprechen, dann ist das bei uns nicht nur ein Blick in die Zukunft, sondern dann sind wir heute schon mitten dabei. Wir haben mit car2go die weltweit größte Plattform dieses free-float Sharing im Betrieb. Wir haben mit MyTaxi in Europa den größten Ride-Hailing Anbieter und wir sind mit moovel ganz vorne in der Verbindung der verschiedenen Verkehrsformen, multimodal heißt das, die dem Kunden einfach die Wahl von A nach B zu gelangen, egal mit welchen Verkehrsmitteln, ermöglicht und gleichzeitig aber auch die Bestellung und Abrechnung auf seiner App. (0:48)

8. Aber auch die Produktion wandelt sich durch die zunehmende Digitalisierung? Die Digitalisierung erfasst alle Wertschöpfungsbereiche in unserem Unternehmen. Und es beginnt natürlich in der Produktion, Industrie 4.0 ist hier das Stichwort, und wir haben bereits heute praktisch alle Stationen unserer weltweiten Fabriken vernetzt. Und wir sind bereits heute dazu in der Lage, die Daten dazu so auszuwerten, dass wir zunehmend dann vorausschauend bereits mögliche, zukünftige Probleme in der Produktion erkennen und abstellen können, bevor sie überhaupt eintreten. Und damit können wir die Fabriken noch produktiver machen. Auch das Zusammenspiel zwischen Mensch und Roboter führt zu völlig neuen Möglichkeiten. Es geht nicht um das Entweder-oder oder um Verdrängung, sondern es geht um das Zusammenspiel, in dem jeder der beiden, der Roboter und der Mensch, seine spezifischen Fähigkeiten einbringt und damit in Zusammenarbeit beste Ergebnisse erzielt werden können. (0:56)

9. Ihre Aktionäre erwarten natürlich auch einen Ausblick auf das Jahr 2017. Wie sieht der aus? Wir können sagen, dass wir in den meisten unserer Bereiche in den ersten beiden Monaten hervorragende Absatzergebnisse erzielen konnten und sich auch der März sehr erfreulich entwickelt. Wir haben in China eine fulminante weitere Entwicklung in den ersten zwei Monaten gesehen, nach einem sehr erfolgreichen Jahr 2016 für die Pkw-Seite. Aber insgesamt sind wir gut unterwegs und klar auf dem Kurs, den wir auch zum Anfang des Jahres ausgegeben haben: dass 2017 ein noch besseres Jahr werden soll im Vergleich zu dem sehr erfolgreichen Jahr 2016. (0:33)

ACHTUNG REDAKTIONEN: Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Sendemitschnitt bitte an ots.audio@newsaktuell.de.

Pressekontakt: Ansprechpartner: Daimler AG, Jörg Howe, 0711 17 41341 Daimler AG, Hendrik Sackmann, 0711 17 35014 all4radio, Hermann Orgeldinger, 0711 3277759 0

Original-Content von: Daimler AG, übermittelt durch news aktuell

Quelle: news aktuell GmbH

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here