Minus 30 Grad und ein Sauerstoffgehalt wie in 5.000 Metern Höhe in Sindelfingen

Quelle: ots.Audio

Sindelfingen (ots) –

In der Klimahöhenkammer im Mercedes-Benz Technology Center werden Motoren – Diesel, Benzin, Erdgas, Brennstoffzelle oder Batterie – unter extremen Bedingungen getestet

MANUSKRIPT MIT O-TÖNEN

Anmoderation:

Sindelfingen liegt in Baden-Württemberg, nicht in der Antarktis. Trotzdem hat es in Sindelfingen Tag für Tag minus 30 Grad Celsius. Zum Glück aber nur in der Klimahöhenkammer des Antriebsintegrationszentrums, kurz AIZ. Mercedes-Benz hat dort vor einigen Wochen die vermutlich modernste Prüfstandseinrichtung der Automobilindustrie in Betrieb genommen. Ein riesengroßer grauer Quader enthält zehn hochmoderne Prüfstände. Das Highlight des AIZ ist zweifelsohne die Klimahöhenkammer, in der Fahrten in Gebirgsregionen mit Höhen von bis zu 5.000 Metern simuliert werden können. Für die Entwicklung modernster Verbrennungsmotoren sind solche Versuche heutzutage unverzichtbar, erläutert Christoph Martin, Leiter Antriebsintegrationszentrum:

O-Ton Christoph Martin

Fahrten im Gebirge sind immer eine ganz besondere Herausforderung. Die Luft in der Höhe hat einen geringeren Druck und weniger Sauerstoffgehalt – auf 2.500 Meter haben wir nur noch etwa dreiviertel des Sauerstoffgehalts wie auf Meereshöhe, auf 5.000 Meter ist es sogar nur noch die Hälfte. Damit kann entsprechend weniger Kraftstoff verbrannt werden, was dazu führt, dass die Motorleistung abnimmt und sich unter Umständen auch das Emissionsverhalten des Fahrzeugs ändert. Gleichzeitig herrschen in der Höhe oft andere klimatische Bedingungen, wie zum Beispiel Temperaturen bis minus 30 Grad. Deshalb benötigen wir für unsere Fahrzeuge eine spezielle Höhenapplikation. (0:36)

Um prüfen zu können, wie sich die neue Motorengeneration des Stuttgarter Autobauers auch in Mont Blanc-Höhe bewährt, wird die Luft aus der Klimahöhenkammer herausgepumpt und so ein Unterdruck erzeugt. Auf diese Weise werden hochalpine Bedingungen und die entsprechenden Witterungsverhältnisse simuliert, ohne dass das Versuchsfahrzeug ins Gebirge fahren muss. Der Prüfstand muss für diese Tests extrem stabil konstruiert sein:

O-Ton Christoph Martin

Bei 5.000 Metern lasten über den Unterdruck rund 50 Tonnen auf dem drei Mal drei Meter großen Tor zur Fahrgasse, über die die Fahrzeuge auf die Prüfstände gebracht werden. Daher sind die Parallelen zu einem Tresor unübersehbar. Das Tor ist aus massivem Stahl und rund 25 Zentimeter dick, die restlichen Wände sind aus meterdickem Stahlbeton. (0:20)

Die Fahrzeuge in der Klimahöhenkammer sind Fahrerlos und werden elektronisch gesteuert: Sie beschleunigen und verzögern wie von Geisterhand oder wechseln selbständig die Gangstufen des Getriebes. Dank einer automatischen Betankungsanlage können die Fahrzeuge sowohl in der Klimahöhenkammer als auch in den neun weiteren hochtechnisierten Prüfständen in Sindelfingen rund um die Uhr auf Herz und Nieren getestet werden und das vollautomatisiert. Ein ganz entscheidender Aspekt für die Vergleichbarkeit der Prüfergebnisse, betont Christoph Martin:

O-Ton Christoph Martin

Da ist das Thema „Reproduzierbarkeit“ das Stichwort. Das heißt: Immer wieder gleiche Testbedingungen, die zum gleichen Ergebnis kommen – das ist bei unserer Arbeit sehr wichtig. Hinzukommt: Die Prüfstände laufen 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche, und das teilweise unter extremsten Bedingungen von Druck und Temperatur. Das wollen wir unseren Mitarbeitern nicht antun und zumuten. Aber bei den Testfahrten auf der Straße und auf unseren Prüfgeländen sitzen natürlich Menschen am Steuer, deren Erfahrung brauchen wir nach wie vor. (0:28)

Abmoderation:

Hightech-Prüfverfahren für die besten Motoren. In der Klimahöhenkammer im Antriebsintegrationszentrum im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen werden Fahrzeuge mit unterschiedlichsten Antrieben – ob Diesel, Benzin, Erdgas, Brennstoffzelle oder Batterie – unter extremen Bedingungen getestet.

ACHTUNG REDAKTIONEN: Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Sendemitschnitt bitte an ots.audio@newsaktuell.de.

Pressekontakt: Ansprechpartner: Mercedes-Benz, Ralf Stadelmaier, 0711 17 758 53 Mercedes-Benz, Michale Allner, 0711 17 75846 all4radio: Hannes Brühl, 0711 3277759 0

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