„Ich glaube, dass die Gestaltungsflächen für uns Fahrzeug-Designer durch das autonome Fahren noch größer werden als bisher“

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Stuttgart (ots) –

Der spannende Job von Claudia Braun, der Leiterin Farb- und Materialdesign bei der Daimler AG

PORTRÄT

Anmoderation:

Sie liebt Autos, Mode und alles, was mit Farben zu tun hat. Alle drei Leidenschaften kann Claudia Braun in ihrem Job täglich ausleben. Seit 2015 leitet die 39-Jährige das Team Farb- und Materialdesign bei Daimler und entscheidet so bei jedem Fahrzeug, das neu auf den Markt kommt, mit wie das Interieur aussehen wird. Vom smart, über alle Mercedes-Fahrzeuge, bis hin zu den großen Trucks. Gemeinsam mit ihrem rund 30-köpfigen Team zeichnet und feilt Claudia Braun am perfekten Look. Ein Prozess, der ganz schön lange dauern kann:

O-Ton Claudia Braun

Unsere Materialinnovation kann in der Tat schon einige Zeit dauern. Wir haben zum Beispiel auch in der jetzigen E-Klasse ein schönes Zierteil, ein metallisches Gewebe, da hat die Entwicklung einige Jahre gedauert. Und glücklicherweise war es dann zu dem adäquaten Modell einer E-Klasse auch fertigentwickelt, sodass wir es dort zum Einsatz bringen konnten. Das ist einfach unterschiedlich. Bestimmte Materialinnovationen dauern sehr, sehr lange. Wenn es um Farb- und Kreativkonzepte und die Farbentwicklung geht, sind wir, denke ich, wie alle unsere Kollegen im Automobilbereich in einem ganz ähnlichen Bereich unterwegs. (0:36)

Ein Teil ihrer Arbeit findet ganz konventionell am Computer statt. Aber um Trends, Inspirationen und neue Materialien zu finden, sind Claudia Braun und ihr Team auch viel in der Welt unterwegs. Denn ein Mercedes-Käufer verlangt das Beste für sein Auto:

O-Ton Claudia Braun

Wir kriegen Input von unseren Satellitenstudios USA, China, auch Italien, reisen aber auch zu Modeevents, zu Fashionshows, sind unterwegs auf Möbel- und Trendmessen, das ist schon ein ganz spannendes Metier. Wir sind aber natürlich auch stark interessiert an Gesellschaftstrends, das muss man schon auch sagen. Also woran orientieren sich unsere Kunden, was sind deren Wünsche, die sicherlich auch vom Vertrieb immer wieder an uns herangetragen werden, da ist unglaublich viel Kommunikation. Vor allem ist dann auch die Frage: Was machen wir mit all diesen Informationen, wie kreieren wir daraus das Mercedes-typische Farb-und Materialdesign für das jeweilige Fahrzeug? Das ist wirklich ein spannender Prozess, macht Spaß, den so leiten zu können. (0:45)

Die aktuellen Entwicklungen in der Technik von Pkw und Nutzfahrzeugen stellen Claudia Braun derzeit vor große Herausforderungen. Das spannende Thema „Autonomes Fahren“ bewegt nicht nur die Entwicklungsabteilungen des Konzerns, sondern auch den Designbereich. Das Interieur eines Autos, das dem Fahrer viele Routineaufgaben abnimmt, wird ganz anders sein, als das Innere unserer heutigen Fahrzeuge:

O-Ton Claudia Braun

Ich glaube, spannend wird vor allem, dass die heutige Position eines Fahrers gar nicht mehr die Position sein muss, die wir heute kennen. Also es kann sein, dass sich die komplette Anordnung im Fahrzeug ändert und man dadurch natürlich Möglichkeiten bekommt, das Interieur ganz anders wahrzunehmen. Wenn sich die Sitzposition ändert, sitze ich vielleicht eher wie in einer modernen Lounge. Mein Traum ist natürlich, dass Farben und Materialien dann noch stärker wahrgenommen werden und ich glaube auch, dass es so kommen wird. Und die Verschmelzung von innen und außen wird auch, denke ich, immer wichtiger werden. Ich glaube, dass die Gestaltungsflächen für uns Color & Trim-Designer sogar noch größer werden als bisher. (0:36)

Claudia Braun übt ihren Beruf mit großer Leidenschaft aus – das spürt jeder, der sich mit der sympathischen Nürtingerin unterhält. Dass sie nicht nur etwas von der Innengestaltung von Fahrzeugen versteht, hat sich herumgesprochen: Die studierte Textildesignerin ist erst kürzlich in die Jury der Stiftung der deutschen Bekleidungsindustrie berufen worden. Eine große Ehre, weiß Claudia Braun. Sie sieht sehr große Parallelen zwischen Mode- und Fahrzeugdesign:

O-Ton Claudia Braun

Ich denke, so ein Showcar ist für uns ähnlich wichtig wie für einen Modemacher Haute Couture. Da kann Material verwendet werden, dass auf einem High-End-Level anzusiedeln ist, wir verwenden die tollsten und feinsten Pigmentierungen für unsere Lacke. Also es ist wirklich für uns auch als Designer ein großer Luxus, an einem Showcar zu arbeiten und der Moment, wenn dieses Fahrzeug an die Weltöffentlichkeit kommt, dann ist das schon sehr aufregend. Natürlich auch die Reaktionen: Hat man auf die richtigen Themen gesetzt, funktioniert das, ist das, was wir als das richtige Designthema sehen, auch verständlich für alle unsere Kunden und natürlich auch für alle Messebesucher. Da ist ein ganz, ganz toller Moment und sehr spannend. (0:40)

Abmoderation:

Spätestens, wenn – wie vor wenigen Tagen in Los Angeles bei der Weltpremiere des Mercedes-Maybach Cabrio – der Beifall des Publikums ertönt und die Zeitungen über das Interieur-Design in den höchsten Tönen schwärmen, wird Claudia Braun ein weiteres Mal bewusst: Sie hat den schönsten Job der Welt.

ACHTUNG REDAKTIONEN: Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Sendemitschnitt bitte an ots.audio@newsaktuell.de.

Pressekontakt: Ansprechpartner: Mercedes-Benz, Ralf Stadelmaier, 0711 17 758 53 Mercedes-Benz, Sezin Durmus, 0176 309 32 661 all4radio, Claudia Ingelmann, 0711 3277759 0

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Quelle: news aktuell GmbH

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