„Das, was wir uns in unseren kühnsten Träumen vorgestellt haben, hat sich materialisiert“

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Quelle: ots.Audio

Las Vegas (ots) –

Daimler-Chef Dr. Dieter Zetsche präsentiert mit dem Conceptcar „F 015 Luxury in Motion“ die visionäre Antwort auf die sich rapide verändernde Welt INTERVIEW MIT DR. DIETER ZETSCHE

„Das Auto wird sich vom Fahrzeug hin zum privaten Rückzugsraum wandeln“. Mit dieser Zukunftsvision trat Daimler-Chef Dr. Dieter Zetsche am Vorabend der CES, der größten Messe für Unterhaltungselektronik der Welt, vor die Presse. Mehr und mehr wird die Messe in Las Vegas zu einer Automesse. Ein Zeichen dafür: Zwei der fünf prestigeträchtigen Keynotes wurden zum Messestart von Automobil-Chefs gehalten. Neben dem Ford-Chef war das zum Jahresanfang 2015 Daimler-Chef Dr. Dieter Zetsche. Mercedes-Benz präsentiert auf der CES mit der autonom fahrenden Luxuslimousine „F 015“ eine visionäre Antwort auf eine sich rapide ändernde Welt. Bis zum Jahr 2030 wird die Zahl der Mega-Städte, in denen mehr als zehn Millionen Menschen leben, von heute rund 30 auf über 40 Millionen steigen. Was das für Folgen haben wird, hat der Daimler-Chef am Vorabend der CES in seiner Keynote präsentiert. Im anschließenden Interview hat Dr. Dieter Zetsche sich zur Zukunft der automobilen Welt geäußert:

Interview Dr. Dieter Zetsche

1. Herr Dr. Zetsche, „die CES wird immer mehr zur Automesse“, schreibt die FAZ. Warum ist das so? Das Zusammenwachsen der Tech-Welt aus Silicon Valley und der automobilen Welt öffnet völlig neue Möglichkeiten. Ich glaube, mit diesem Conceptcar namens „Luxury in Motion“, das wir hier vorgestellt haben, haben wir diese Möglichkeiten auf das extreme Maß ausgeweitet. Und dieses jetzt hier an einem der beiden Schwerpunktgravitätszentren dieser beiden Industrien vorzustellen, ist natürlich eine schöne Sache. (0:29)

2. Über 1.500 Journalisten waren bei der Präsentation des Forschungsfahrzeugs „F 015 Luxury in Motion“ dabei – und sie waren begeistert. Es gab ein richtiges Raunen im Saal, als das Fahrzeug – autonom versteht sich – hereingefahren kam. Hat Sie diese Reaktion überrascht? Wir haben darüber ja schon längere Zeit gesprochen. Wir haben über die Technologie gesprochen und wir haben Skizzen gesehen, wie so ein Auto aussehen könnte. Und als dieses Conceptcar dann erstmals bei uns in den Stilistik-Saal hingeschoben wurde, ging auch bei uns ein gewisses Raunen herum. Denn das, was wir uns in den kühnsten Träumen vorgestellt haben, hat sich dort wirklich materialisiert. (0:25)

3. Autonomes Fahren wird ein wichtiges Thema bei dieser Messe sein. Wann werden wir solche Autos wie das jetzt vorgestellte Forschungsfahrzeug auf den Straßen sehen? Die Grundlage ist gelegt, aber bis ein Fahrzeug mit all den Funktionen, die hier dargestellt sind, voll autonom fahren kann, sind natürlich noch gesetzgeberische Voraussetzungen zu schaffen, aber es wird wohl das nächste Jahrzehnt werden. (0:14)

4. Was war der Grund, Ihren Designern und Ingenieuren den Auftrag zu geben, ein solches Zukunftsauto zu entwickeln? Wir wissen, dass der Zuzug in die großen Metropolenzentren in den nächsten zehn Jahren weiter anhalten wird und dann mindestens 60 Prozent der Weltbevölkerung in großen Metropolen leben. Das führt dazu, dass Raum immer enger wird, dass Zeit fast nicht mehr verfügbar ist – und in diesem Umfeld gibt „Luxury in Motion“ den Menschen die wichtigsten Güter zurück: Zeit und Raum. (0:31)

5. Welche Vorteile hat der Fahrer von diesem Konzept? Er kann sich in diesem Cocoon so bewegen und verhalten, wie er das möchte: Er kann arbeiten, schlafen, sich unterhalten – und er kommt von A nach B. Aber er kann auch das Lenkrad greifen und den Spaß, den wir alle am Autofahren haben, voll ausleben. (0:17)

6. Wie viele Freiheiten hatten Ihre Designer beim Entwurf dieses Zukunftsautos? Das Interessante ist ja, dass die Designer an dieses Auto konzeptionell herangegangen sind, in der Vorstellung: Wir waren mal dort. Das ursprüngliche Fahrzeug war eine Kutsche, der man das Pferd genommen hat. Und in dieser Kutsche saßen sich die Menschen gegenüber, konnten kommunizieren. Die Räder waren die äußeren Begrenzungen des Fahrzeugs. Und genau in diese gedankliche Welt sind die Designer eingetaucht und haben durch den Rückgriff auf 125 Jahre das zukunftsträchtigste Auto gebaut, das ich bisher gesehen habe. Gerade diese Spannung ist wohl das, was an diesem Fahrzeug so fasziniert. (0:39)

7. Wird das autonome Fahren unsere Gesellschaft revolutionieren? Es ist ja ein großes Wort. Und man neigt sicherlich dazu, die Arbeit, wenn man mit seinem Team unterwegs ist, im Sinne von Paradigmenwechsel und Revolution zu qualifizieren. Wenn man sieht, welche Dinge hier zusammenkommen – der emissionsfreie Antrieb, die Möglichkeit, sich wieder ganz auf den Menschen zu konzentrieren, ihm die völlige Unabhängigkeit und Freiheit zu geben, auch von der Lenkaufgabe -, dann hat es schon was Brechendes mit der Vergangenheit, dann ist das wirklich eine neue Welt, die hier aufgetan wird. Insofern glaube ich, dass es in dem Fall gerechtfertigt ist, auch von Revolution zu sprechen. (0:38)

Abmoderation:

Daimler-Vorstandschef Dr. Dieter Zetsche im Interview am Vorabend der CES, der weltgrößten Elektronikmesse in Las Vegas. Mercedes-Benz hat dort das Forschungsfahrzeug „F 015 Luxury in Motion“ als visionäre Antwort auf eine sich rapid ändernde Welt vorgestellt.

ACHTUNG REDAKTIONEN: Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Sendemitschnitt bitte an ots.audio@newsaktuell.de.

Pressekontakt: Mercedes-Benz: Koert Groenevald 0711 17-92311 Matthias Brock 0711 17-91404 Claudia Merzbach 0711 17 95379 all4radio, Hermann Orgeldinger 0711 3277759 0

Quelle: news aktuell GmbH

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