Mit dem neuen Seitenwindassistenten von Mercedes-Benz Vans auf der Teststrecke

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Quelle: ots.Audio

Boxberg (ots) –

Beim TecForum in Boxberg stellt der Stuttgarter Automobilhersteller gleich eine ganze Reihe an neuen Fahrerassistenzsystemen vor, die das Transporterfahren in Zukunft noch sicherer machen sollen FEATURE MIT O-TÖNEN

Anmoderation:

Jeder hat es schon einmal erlebt. Wir fahren über eine Brücke, kommen aus einer Tunnelausfahrt heraus oder sind auf einer geraden Strecke auf der Autobahn unterwegs und plötzlich kommt ein heftiger seitlicher Windstoß. Das Auto fährt aus der Spur, nur mit Mühe und Not und vor allem mit heftigem Gegenlenken, ist es möglich dem regulären Straßenverlauf zu folgen. Dieses Szenario passiert tagtäglich irgendwo auf deutschen Straßen. Vor allem in den windigen Herbst- und Wintermonaten kann das zu gefährlichen Verkehrsunfällen führen. Auch wenn pro Jahr nur ungefähr 350 schwere Unfälle der Ursache Seitenwind zugerechnet werden, so sind sich Experten einig: Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein, vor allem mit Transportern. Bei Fahrzeuglängen bis zu 7 Meter und Aufbauhöhen bis zu 3 Meter, haben Windböen eine deutlich größere Angriffsfläche. Aus diesem Grund führt Mercedes-Benz Vans eine Weltpremiere ein – den Seitenwind-Assistent im Transporter-Bereich. Beim TecForum im baden-württembergischen Boxberg können sich internationale Journalisten selbst ein Bild machen, wie dieses neue Sicherheitsfeature funktioniert. Auf der Teststrecke erklärt Entwicklungsingenieur Frank Zrillic, wie der Versuch aufgebaut ist:

O-Ton Frank Zrillic

Wir befinden uns hier auf dem Hochgeschwindigkeitsoval, wir werden hier auf dieser Strecke an einer Windanlage vorbeifahren. Diese Windanlage gibt eine Windströmung aus mit einer Geschwindigkeit von 45 km/h, wir werden dann mit diesem Fahrzeug einmal ohne Regelung, ohne Seitenwind-Assistent-Regelung fahren und einmal mit, also mit aktivem System bei einer Geschwindigkeit von circa 110 km/h. (0:22)

Und dann geht es auch schon los. Die Windanlagen sind auf einer geraden Strecke aufgebaut. Zunächst geht es mit dem abgeschalteten Seitenwind-Assistenten an den Riesenventilatoren vorbei:

O-Ton Frank Zrillic

Wir kommen jetzt gleich in den Wind rein mit einer Geschwindigkeit von 110 km/h. Das Fahrzeug bekommt eine Wankbewegung und das komplette Fahrzeug versetzt um eine komplette Fahrspur. (0:10) Wäre da entgegenkommender Verkehr unterwegs gewesen, hätte es keine Möglichkeit mehr gegeben, einem Unfall auszuweichen. Während die Journalisten noch etwas erstaunt sind, geht es schon wieder auf die Windanlage zu:

O-Ton Frank Zrillic

Nun sind wir wieder unterwegs mit dem gleichen Manöver – Geradeausfahrt mit der gleichen Fahrgeschwindigkeit, nun mit aktivem System – zack – das System regelt automatisch ein, das Fahrzeug bleibt seiner Fahrspur treu, die Lenkbewegung für den Fahrer ist komplett beherrschbar. (0:15)

Ein Riesenunterschied, der sich am Steuer deutlich bemerkbar macht. Der Wind ist im Fahrzeug zwar deutlich spürbar, die Spur wird aber gehalten. Das funktioniert auch bei Windgeschwindigkeiten von über 100 Kilometer pro Stunde. Theoretisch wäre es auch möglich gewesen, den Windeinfluss für den Fahrer so gut wie völlig zu neutralisieren. Mercedes-Benz Vans hat sich aber aus Sicherheitsaspekten bewusst dafür entschieden, dass die anfängliche minimale Kippbewegung für die Fahrzeuginsassen spürbar ist, so dass der Fahrer auch mitbekommt, was außerhalb des Fahrzeugs passiert. Das soll helfen, Gefahren der Umwelt richtig einzuschätzen. Der Leiter von Mercedes-Benz Vans, Volker Mornhinweg zur genauen Funktionsweise des Seitenwind-Assistenten:

O-Ton Volker Mornhinweg

Ganz einfach ausgedrückt, wir haben in unserem Fahrzeug sehr viele Sensoren, die ständig darüber informiert sind, in welchen Fahrzustand sich das Fahrzeug befindet. In dem Moment, wo dann ein Seitenwindeinschlag auf das Fahrzeug kommt, stellen das genau diese Sensoren fest und wir haben aus viel Forscherarbeit herausarbeiten können, an welchem Muster man dieses direkt feststellen kann. Das gelingt innerhalb kürzester Zeit, also spätestens nach 100 Millisekunden hat man dann auch schon den Eingriff ins Fahrzeug, um das Fahrzeug zu stabilisieren. Ich denke, die Entwicklungsmannschaft hat einen tollen Job gemacht, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen. (0:36)

Der Seitenwind-Assistent ist aber nicht das einzige Fahrerassistenz-System, das zukünftig bei Mercedes-Benz Vans zum Einsatz kommen soll. So wurden beim TecDay auch ein Abstands-Warnassistent, ein Totwinkel- und Fernlicht-Assistent sowie ein Spurhalte-Assistent vorgestellt. Warum solche elektronischen Helfer gerade in Transportern so wichtig sind, erklärt der Entwicklungsleiter von Mercedes-Benz Vans, Dr. Sascha Paasche:

O-Ton Dr. Sascha Paasche

Für Transporter sind aktive Assistenzsysteme, die die aktive Sicherheit angehen, sehr wichtige Funktionen, die wir im Fahrzeug realisieren. Es geht uns ja um den Punkt, dass wir die Vision haben, vom unfallfreien Fahren. Um dieses zu tun, muss man den Fahrer entsprechend unterstützen in den unterschiedlichsten Fahrsituationen. Dass, was wir festgestellt haben, zum Beispiel, dass wir beim Sprinter als erster Hersteller das Fahrdynamiksystem, elektronisches Stabilitätssystem als erstes in Serie gebracht haben und dass dieses erhebliche Auswirkungen in Bezug auf Vermeidung von Unfällen gehabt hat, dass wir da deutlich zurückgegangen sind in diesem spezifischen Umfeld und zwar in einer Größenordnung von über 30 Prozent. (0:39)

Abmoderation:

Mit gleich mehreren Assistenzsystemen will Mercedes-Benz die Sicherheit im Transporter-Segment weiter verbessern. Zunächst sollen die elektronischen Helfer im Sprinter verfügbar sein, in naher Zukunft sollen dann weitere Fahrzeugreihen von Mercedes-Benz Vans folgen.

ACHTUNG REDAKTIONEN: Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Sendemitschnitt bitte an ots.audio@newsaktuell.de.

Pressekontakt: Ansprechpartner: Daimler AG, Katja Bott, +49 711 17 84020 all4radio, Marc Erny, +49 711 3277759 0

Quelle: news aktuell GmbH

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