Baumwolle, Holz und Kenaf: Ford verwendet immer mehr Bauteile aus Naturfasern

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Köln (ots) – Ford hat im vergangenen Jahr in seinen
europäischen Fahrzeugmodellen fast 270 unterschiedliche Bauteile im
Gesamtgewicht von über 16.000 Tonnen verwendet, die aus Naturfasern
bestehen und damit aus nachwachsenden, erneuerbaren Rohstoffen – so
zum Beispiel Fasern aus Baumwolle, Holz und Kenaf. Verglichen mit dem
Jahr 2000 bedeutet dies eine Steigerung um 33 Prozent in bezug auf
die Anzahl der Teile beziehungsweise von rund 1.000 Tonnen in bezug
auf das Gesamtgewicht. Naturfasern als Werkstoffe sind hochwertige
Alternativen zu synthetischen Fasern. Sie haben gute mechanische
Eigenschaften, sind leicht und trotzdem stabil und ihre Verwendung
kann die Umwelt entlasten. Daher versteht Ford den bewussten Einsatz
nachwachsender Rohstoffe als einen von vielen Beiträgen zum
nachhaltigen Wirtschaften und zur Schonung der Ressourcen, teilte
Ford aus Anlass der internationalen zweitägigen Tagung „Auto
Recycling in Europa“ mit, die heute auf dem Kölner Ford-Gelände zu
Ende geht.

Ford verwendet Naturfasern in der Fertigung von Fahrzeugteilen
allerdings nicht in ihrer ursprünglichen Form, sondern verarbeitet
sie mit synthetischen Komponenten zu sogenannten
naturfaserverstärkten Verbundwerkstoffen – und erzielt damit
optimale Materialeigenschaften. So bestehen die
Tür-Innenverkleidungen des Ford Mondeo aus mit Kenaf-Fasern
verstärktem Polypropylen (PP). Die Hutablage des Ford Mondeo ist ein
Verbundwerkstoff aus PP und Holzfasern. Rezyklierte Baumwolle wird
unter anderem zur Geräuschdämmung der Fahrgastzelle verwendet.

Bei der Entwicklung eines neuen Ford-Modells werden den
Ingenieuren werksinterne Ziele vorgegeben, um den Anteil von
Bauteilen aus Naturfasern kontinuierlich zu erhöhen. Allerdings muss
die Verwendung dieser Naturmaterialien technisch, ökologisch und
ökonomisch sinnvoll sein. Dies ist unter anderem dann der Fall, wenn
durch die Verwendung der Bio-Werkstoffe ein Bauteil leichter wird,
oder wenn naturfaserverstärkte Bauteile ein besseres
Geräuschdämpfungsverhalten beziehungsweise eine geringere
Splitterneigung und damit auch ein positives Crashverhalten zeigen,
oder wenn sich etwaige als unangenehm empfundene Ausdünstungen dank
der Verwendung von Bio-Werkstoffen vermeiden lassen.

Mit am wichtigsten sind aber ökologische Vorteile. Bei
nachwachsenden Rohstoffen handelt es sich um erneuerbare Ressourcen.
Und die haben eine sehr günstige CO2-Bilanz. Denn die Pflanze
entzieht der Atmosphäre während ihres Wachstums Kohlendioxyd und
speichert dies (Photosynthese). Sie trägt somit zunächst zu einer
Verminderung des Treibhausgases CO2 bei. Am Ende der „Lebenszeit“,
bei der Entsorgung und Wiederverwertung des Fahrzeugs und damit auch
seiner Bauteile aus naturfaserverstärkten Verbundwerkstoffen, wird
wieder CO2 frei – und zwar im Idealfall fast die identische Menge,
die die Pflanze während ihres Wachstums bei der Photosynthese
gebunden hatte. Es handelt sich also um eine Art Kreislaufprozess.

Für die Naturprodukte gelten die gleichen strengen
Qualitätsanforderungen wie für synthetische Materialien. Die Vorgaben
stellen sicher: Auch solche Bauteile, die Natur-Rohstoffe enthalten,
sind absolut zuverlässig – sie beeinträchtigen weder die Gesundheit
der Fahrzeug-Passagiere, noch die Sicherheit, noch die Qualität der
Autos.

Die Verwendung von Natur-Materialien ist keine neue Idee, sondern
hat lange Tradition bei Ford: Bereits in Henry Ford’s legendärem
Modell T kam 1915 Leim auf Weizenbasis zum Einsatz. 1940 stellte Ford
einen Kofferraumdeckel aus Sojabohnen-Plaste her. 1941 präsentierte
Ford das erste, noch handgefertigte „Bio“-Fahrzeug – ein Auto, das
buchstäblich „auf dem Acker wuchs“: gebaut aus Holzfasern, Hanf,
Sisal und Weizenstroh, betrieben mit Hanföl.

Ansprechpartner bei redaktionellen Rückfragen:
Isfried Hennen, Telefon: (02 21) 901-7512, E-Mail: ihennen1@ford.com

Quelle: news aktuell GmbH

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