Unfallforschung ist Voraussetzung für verbesserten Fußgängerschutz

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Aachen/Berlin (ots) –

Weltpremiere: Erstmals untersuchen Ärzte und Techniker gemeinsam
Passanten-Pkw-Unfälle / Ford Mondeo Turnier für die DEKRA

Heute hat das Ford Forschungszentrum Aachen (FFA) der
DEKRA-Unfallforschung einen mit Blaulicht und Martinshorn
ausgerüsteten Ford Mondeo Turnier übergeben, der in einem von Ford
getragenen Projekt zur Fußgänger-Unfallforschung zum Einsatz kommen
wird. Schauplatz der Veranstaltung war das Unfallkrankenhaus Berlin,
das ebenfalls Partner des bis 2004 laufenden Forschungsprojekts
IMPAIR ist. „IMPAIR“ steht für „In depth Medical Pedestrian Accident
Investigation and Reconstruction“ („Detaillierte Analysen von
Fußgängerunfällen aus unfallrekonstruktiver und medizinischer
Betrachtung“).

Ziel der dreijährigen IMPAIR-Studie ist es, Unfallhergänge mit
Fußgängerbeteiligung detailliert und realistisch zu rekonstruieren
und dabei vor allem die Verletzungsursachen zu identifizieren.
Weltweit einzigartig ist der Ansatz der IMPAIR-Studie: Mediziner und
Techniker betreiben gemeinsam Fußgänger-Unfallforschung. Die
Ford-Forscher wählten diesen Ansatz deshalb, weil bisher keine
eindeutigen Informationen zu Fußgängerunfällen existieren. Um diese
Vollständigkeit zu erreichen, müssen vor allem Experten aus der
Automobilindustrie (Ingenieure) und aus der Unfallmedizin (Ärzte)
zusammenarbeiten. Ausgewertet werden Fußgänger-Pkw-Unfälle in Berlin
und Mecklenburg-Vorpommern.

Das IMPAIR-Projekt in der Praxis

Ohne die enge Mitwirkung von Polizei, Berufsfeuerwehr und
Rettungsdiensten wäre das IMPAIR-Projekt nicht realisierbar. Sie
verständigen bei einem Fußgänger-Pkw-Unfall den für IMPAIR
zuständigen Mitarbeiter der DEKRA-Unfallforschung, der in dem mit
Blaulicht und Martinshorn ausgestatteten Ford Mondeo Turnier
unverzüglich zum Unfallort fährt, um sämtliche unfallrelevanten
Informationen aufzunehmen. Diese Daten reichen von der
Fahrzeuggeschwindigkeit über Straßen- und Wetterbedingungen bis hin
zu Schäden am Fahrzeug. Die vom Notarzt und später vom behandelnden
Arzt dokumentierten Verletzungsbefunde sind dabei ebenfalls von
größter Bedeutung. Doch nur vollständige Datensätze sind für die
Ursachenforschung brauchbar. Und erst wenn der Unfallhergang, die
Verletzungsarten und -schwere ermittelt werden können, wird es
möglich sein, die Fahrzeuge künftig so zu konstruieren, dass sich die
Verletzungsrisiken für Fußgänger minimieren lassen. Versuche mit
Dummies oder speziell präparierten menschlichen Körpern aus der
Vergangenheit haben sich als realitätsfern erwiesen.

„Den Unfall per se gibt es nicht“

Die Schwierigkeit, Passantenunfälle genau zu rekonstruieren, liegt
in der Fülle der Faktoren, die zu berücksichtigen sind.
Fahrzeuginsassen, die angeschnallt sind, befinden sich aus
medizinisch-technischer Sicht in einer vergleichsweise exakt
definierbaren Position. Für den Fußgänger gilt dagegen das genaue
Gegenteil: Er kann stehend, laufend, seitlich oder frontal vom
Fahrzeug erfasst werden – und das auch noch von unterschiedlichen
Partien des Autos. Eine wichtige Rolle spielen in diesem Zusammenhang
auch Körpergröße und -gewicht, Alter und die körperliche Verfassung.
Der wichtigste Parameter ist allerdings die
Kollisionsgeschwindigkeit.

Da es aufgrund der Faktorenvielfalt fast ausgeschlossen ist, zwei
nahezu identische Unfälle zu rekonstruieren, macht es für die
Forscher so schwierig, Gesetzmäßigkeiten bei einem Fußgängerunfall zu
identifizieren. „Den Unfall per se gibt es nicht“, erklärte Lothar
Titel, Niederlassungsleiter der DEKRA-Unfallforschung in Berlin.

Nur ein Teil der Daten kann für die IMPAIR-Studie ausgewertet
werden

Derzeit liegen rund 60 Unfälle vor, von denen aber nur ein Teil
für die IMPAIR-Studie auswertbar ist. So gehen beispielsweise keine
Daten von Unfällen in die Studie ein, bei denen das beteiligte
Fahrzeug älter als Baujahr 1995 ist, da sich extreme Unterschiede in
der Konstruktion und im Design der Autos kaum miteinander vergleichen
lassen. Hinzu kommt: Wenn die Einverständniserklärung auch nur eines
Unfallbeteiligten fehlt, können die Daten nicht in die Studie
einfließen. „Der hohe Anspruch an die Datenqualität sowie rechtliche
und ethische Grundsätze sind die Ursachen dafür, dass sich der Aufbau
einer vollständigen Datenbank so schwierig gestaltet. Und das ist
eben auch der Grund dafür, dass weltweit noch keine existiert“, sagte
Rudi Kunze, Leiter des FFA.

Die im Rahmen der IMPAIR-Studie gewonnenen Daten fließen in von
Ford entwickelte Computermodelle ein, mit deren Hilfe sich
Unfallabläufe realitätsgetreu simulieren lassen. Dies ist wiederum
Voraussetzung für die Entwicklung und Konstruktion entsprechender
Fahrzeuge, die den Fußgänger im Falle einer Kollision bestmöglich
schützen. Die Ingenieure der Ford Motor Company arbeiten bereits
intensiv an technischen Lösungsmöglichkeiten.

Neben den bereits genannten Partnern sind auch die Universität
Greifswald (Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie)
und die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) an der IMPAIR-Studie
beteiligt.

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Monika Wagener, Telefon: (02 41) 94 21-212;
e-mail: mwagener@ford.com
Isfried Hennen, Telefon: (02 21) 90-17512,
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ots Originaltext: Ford-Werke AG
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Quelle: news aktuell GmbH

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