Fiat Konzern: Ergebnisse des zweiten Quartals und des ersten Halbjahrs 2002 / Teil 1/2

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Turin / Frankfurt (ots) – Der Vorstand der Fiat S.p.A. hat heute
in Turin unter Vorsitz von Paolo Fresco die konsolidierten Ergebnisse
der Unternehmensgruppe für das zweite Quartal und das erste Halbjahr
2002 festgestellt.

Die Ergebnisse im Überblick
Das zweite Quartal war geprägt durch weitere Fortschritte der Fiat
Gruppe auf dem Weg zur Stärkung ihrer Finanzstruktur. Nachfolgend
eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Maßnahmen: Vereinbarung
mit einigen der Hauptgläubigerbanken zur Unterstützung des
industriellen Entwicklungsplans; Vereinbarung mit den Gesellschaftern
von Italenergia zur Erschließung von Finanzressourcen für die
Unternehmensgruppe; Verkauf einer 34%-igen Beteiligung an Ferrari an
Mediobanca und Kapitalerhöhung bei der Gesellschaft CNH Global. Mit
Hilfe dieser Transaktionen, die sich insgesamt auf einen Wert von 5,7
Milliarden Euro belaufen, konnte die Vermögensstruktur der
Unternehmensgruppe wesentlich gestärkt werden.

Im Juni hat der Vorstand ferner die Ernennung neuer Führungskräfte
der Unternehmensgruppe beschlossen.

Die Ergebnisse des Quartals
Die Entwicklung der Märkte im Automobilbereich während des zweiten
Quartals zeigte eine anhaltende und deutlich rückläufige Nachfrage.
So betrug der Rückgang in Westeuropa insgesamt 5,4 % und bestätigte
die rezessive Tendenz des ersten Quartals, wobei die
Abwärtsentwicklung in Italien (-13,8 %) am ausgeprägtesten von allen
europäischen Ländern war. Eine Abschwächung der Nachfragekrise konnte
lediglich in Brasilien ( -12 % gegenüber dem zweiten Quartal 2001)
und in Polen ( -17 %) festgestellt werden, während sie sich in der
Türkei unvermindert fortsetzte ( -40 %).

Während der Markt für Landmaschinen in Nordamerika (+1,4 %) und
insbesondere in Europa (+9,2 %) nach wie vor wächst, ist er im
Bereich der Baumaschinen rückläufig (-14,3 % in Nordamerika und -12 %
in Europa).

Bei den Nutzfahrzeugen setzt sich die expansive Entwicklung auf
dem italienischen Markt fort (+14,3%), die auf das Wachstum bei den
leichten und mittelschweren Nutzfahrzeugen unter anderem auf Grund
der positiven Auswirkungen der dort eingeführten
Steuererleichterungen für Investitionen (durch das sogenannte Gesetz
„Legge Tremonti Bis“) zurückzuführen ist. Dagegen ist in Europa
insgesamt ein Nachfragerückgang (-4,2 %) zu verzeichnen, der bei den
schweren Nutzfahrzeugen am stärksten ausfällt (-12 %).

Wirtschaftlich betrachtet wurde durch das zweite Quartal nochmals
bestätigt, welch schwierige Phase die Unternehmensgruppe auf Grund
der immer noch negativen Entwicklung bei Fiat Auto durchläuft.
Stärker als erwartet haben sich nämlich im Automobilbereich die
allgemeine konjunkturelle Schwäche und der Verlust von Marktanteilen
der Marke Fiat, vornehmlich in Italien ausgewirkt; dort hat die
Nachfrage besonders im Monat Juni bedingt durch die bevorstehenden
Steuervergünstigungen, die von der Regierung Anfang Juli
verabschiedet wurden, nochmals einen Rückgang erfahren. Zumindest
teilweise konnte die Performance im Automobilbereich durch den
positiven Beitrag der übrigen Geschäfts- und Dienstleistungsbereiche
ausgeglichen werden.

Um ein besseres Verständnis der Lage und eine ausgeglichene
Interpretation der Kennzahlen einer so komplexen Unternehmensgruppe
wie der Fiat Gruppe zu gewährleisten, wurden bei der Darstellung der
wichtigsten Kennzahlen für den Berichtszeitraum die Ergebnisse von
Fiat Auto und die der anderen Bereiche gesondert ausgewiesen.

Der Umsatz der Unternehmensgruppe belief sich auf 14,6 Milliarden
Euro, was einem Rückgang von 7,6% gegenüber dem Vergleichszeitraum
des Vorjahres entspricht. Dies ist in erster Linie auf die geringeren
Verkaufszahlen bei Fiat Auto zurückzuführen, deren Erlöse um 15 %
zurückgingen.

Das Betriebsergebnis ist gegenüber dem zweiten Quartal 2001 (403
Millionen Euro) auf -127 Millionen Euro gefallen. Dieses Ergebnis
wird verursacht durch den hohen Verlust in der Automobilsparte ( -394
Millionen Euro), der zwar etwas niedriger wie im ersten Quartal
dieses Jahres ausfällt, aber die Gesamtperformance der Gruppe dennoch
belastet. Positiv und den Erwartungen entsprechend fiel dagegen der
Gesamtbeitrag der übrigen Bereiche aus.

Das Ergebnis vor Steuern in diesem Quartal lag allerdings mit 28
Millionen Euro im positiven Bereich (im Vergleichszeitraum des
Vorjahres betrug es 317 Millionen Euro). Grund dafür sind
außerordentliche Erträge (primär in Verbindung mit dem Ertrag in Höhe
von 671 Millionen Euro nach Abzug der Transaktionskosten aus der
Veräußerung des 34%-igen Anteils an Ferrari), die den Rückgang der
betrieblichen Rentabilität und den Wertverlust der Portfolios der
Versicherungen (der mit 107 Millionen Euro negativ zu Buche
geschlagen hat) ausgeglichen haben.

Das Nettoergebnis der Unternehmensgruppe weist einen Verlust in
Höhe von 34 Millionen Euro aus (gegenüber einem Gewinn von 190 Euro
im Vorjahreszeitraum).

Die Nettofinanzposition zum 30. Juni weist eine Nettoverschuldung
in Höhe von rund 5,8 Milliarden Euro auf, was eine Verbesserung von
800 Millionen Euro gegenüber dem Stand zum 31. März darstellt. In
diesem Rückgang im zweiten Quartal spiegeln sich im Wesentlichen die
Einnahmen aus dem Verkauf der Beteiligung an Ferrari wieder. Was
durch die Belastungen durch Fiat Auto in Anspruch genommen wurde,
konnte durch die Einnahmen in den übrigen Bereichen wieder
ausgeglichen werden. Auf die Finanzlage wirkten sich ferner die von
den Minderheitsaktionären zur Kapitalerhöhung von CNH eingezahlten
Anteile aus, die Umstellung auf Euro der in anderen Währungen und
vorrangig in Dollar ausgewiesenen Positionen (mit einem positiven
Saldo von über 300 Millionen Euro) sowie die Barausgaben für die
Dividendenausschüttung der Fiat S.p.A.

Fiat Auto
Das zweite Quartal dieses Jahres hat sich für Fiat Auto mit
rückläufigen Verkaufszahlen, sinkenden Marktanteilen und einer
lediglich leichten Verringerung des Fehlbetrages im Betriebsergebnis
als besonders schwieriger Zeitraum erwiesen. Eine Reihe verschiedener
Faktoren hat sich auf die wirtschaftliche und betriebliche
Entwicklung dieses Bereichs ausgewirkt.

Die rückläufigen Volumina sind Folge der vertriebsstrategischen
Entscheidung, mit dem Ziel höherer Rentabilität die Qualität der
Verkäufe zu verbessern, in dem die Nutzung wenig gewinnbringender
Kanäle (Absatz an Mietwagenunternehmen) drastisch eingeschränkt wird,
auch wenn diese quantitativ von Bedeutung sind.

Verschärfend wirkte sich der Nachfragerückgang auf den
europäischen Märkten aus. Drastisch war dieser auf dem italienischen
Markt, wo gegen Ende des Quartals durch die Ankündigung steuerlicher
Vergünstigungen der Absatz noch weiter geschwächt wurde. Dies betraf
primär die Segmente der Kleinwagen und der Kompaktwagen, in denen die
Marke Fiat am stärksten vertreten ist. In Brasilien gingen darüber
hinaus die Verkaufszahlen durch die andauernde und mittlerweile
besorgniserregende Wirtschaftssituation des Landes noch weiter
zurück.

Von den positiven Signalen im Berichtszeitraum ist die
Verkaufsentwicklung des Fiat Stilo zu nennen, der jetzt in Italien
Marktführer bei den 3- und 5-türigen Mittelklasselimousinen ist.
Europaweit hat er die Verkaufszahlen gegenüber den Vorgängermodellen
Bravo/Brava verdoppelt. Weitere positive Signale sind die
Konsolidierung der Marktanteile der Marken Lancia und hauptsächlich
Alfa Romeo gegenüber dem ersten Quartal dieses Jahres, obwohl auch
diese von der Entscheidung betroffen waren, weniger gewinnbringende
Kanäle aufzugeben. Für die neuen Lancia-Produkte Thesis und Phedra,
deren Verkauf in Italien Ende Juni gestartet wurde, sind mehr
Bestellungen zu verzeichnen als erwartet. Zufriedenstellende
Ergebnisse liefern weiterhin die leichten Nutzfahrzeuge, ein Bereich,
in dem die Marke Fiat auch dank des neuen Ducato eine Spitzenstellung
in Italien und in West-Europas erreicht hat.

Der Einbruch bei den Gesamtverkaufszahlen ( -18,8 %) und die damit
einhergehenden geringere Kompensation der Fixkosten in Verbindung mit
dem Produktionsrückgang hat sich zusammen mit den höheren
Rückstellungen, die sich aus der Verlängerung der Garantiezeit auf
zwei Jahre ergeben, auf die Rentabilität von Fiat Auto
niedergeschlagen. Vergleicht man allerdings die Entwicklung im ersten
und zweiten Quartal des laufenden Jahres, so zeigt sich, dass mit dem
weiteren Rückgang der Volumina keine Verschlechterung der Ertragslage
einhergegangen ist. Dies beweist einerseits, dass sich die Strategie
der Qualitätsverbesserung beim Verkauf bewährt und dass andererseits
die konjunkturellen und strukturellen Maßnahmen, die auf der
Kostenseite angesetzt wurden und die immer größeren Synergien aus der
Allianz mit General Motors, ihre Wirkung zeigen.

Einen kräftigen Impuls hat im Rahmen der Zusammenarbeit mit
General Motors die Umsetzung der Pläne für eine Plattform zur
Entwicklung gemeinsamer Komponenten erhalten, die das Ziel haben,
Fiat Auto stärker in den Kontext der „industriellen Konföderation“
mit dem amerikanischen Autohersteller einzubinden. Diese laufenden
Aktivitäten, die mittelfristig dazu führen sollen, dass 50 % der
Komponenten gemeinsam genutzt werden, betrifft insbesondere die
zukünftigen Produkte im Kleinwagensegment, in dem Fiat Auto und
General Motors in Europa am stärksten vertreten sind. Ferner betrifft
es die Produkte des Premiumsegments (Fahrzeuge der Mittel- und
Oberklasse), in dem beide Unternehmen eine herausragende Stellung
einnehmen.

Fortgesetzt wird das Engagement bei der Produktinnovation, das im
kommenden Herbst den Launch des sportlichen Alfa 147 GTA und des Fiat
Stilo Station Wagon vorsieht, der das Angebot im zulassungsstarken
Kompaktwagensegment abrunden wird.

Andere Industrielle- und Dienstleistungsbereiche
Die anderen Geschäfts- und Dienstleistungsbereiche des Konzerns
verzeichneten eine den Erwartungen entsprechende Entwicklung.

Der Gesamtumsatz lag bei rund 8,8 Milliarden Euro (minus 2 %
gegenüber dem zweiten Quartal 2001). Das Betriebsergebnis lag bei 267
Millionen Euro (im Vergleich zu 384 Millionen Euro im
Vorjahreszeitraum).

CNH Global
CNH konnte im zweiten Quartal ein lebhaftes Wachstum der
Verkaufszahlen bei Landmaschinen vor allem in Europa verzeichnen,
während sich andererseits der Rückgang der Nachfrage des
nordamerikanischen und europäischen Marktes bei Baumaschinen
bemerkbar machte, auf den CNH mit der Fortsetzung der Maßnahmen zum
Abbau der Lagerbestände reagierte.

Das Betriebsergebnis von CNH entspricht den Erwartungen: die
rückläufige Nachfrage bei Baumaschinen konnte durch die weitere
Verbesserung der Synergien aus dem Zusammenschluss von New Holland
und Case aufgefangen werden, sowie durch die höheren Einsparungen im
Zusammenhang mit Maßnahmen zum Prozess-Reengineering und der Senkung
der Strukturkosten.

Während des zweiten Quartals führte CNH die ersten
Landmaschinen-Produkte ein, die seit der Fusion der beiden
Unternehmen entwickelt worden sind. Dabei handelt es sich um
innovative Modelle, welche diejenigen ersetzen, die aufgrund der von
den Kartellbehörden bei dem Zusammenschluss auferlegten Bedingungen
aufgegeben werden mussten. Zudem zeichnen sie sich diese neuen
Modelle durch höhere Margenerträge aus.

Ende Teil 1/2 – Teil 2 folgt

ots Originaltext: Fiat Automobil AG
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Kontakt:

Fiat Automobil AG
Thomas Casper
Leiter Wirtschaftspresse
Tel.: (069) 669 88 – 381
Fax: (069) 669 88 – 907
Email: thomas.casper@fiat.com

Quelle: news aktuell GmbH

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