Fiat S.p.A. / Ergebnisse erstes Quartal 2002

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Turin / Frankfurt/Main (ots) – Der Verwaltungsrat der Fiat S.p.A.
hat heute unter dem Vorsitz von Paolo Fresco in Turin die
konsolidierten Ergebnisse der Gruppe für die ersten drei Monate 2002
überprüft.

Die Ergebnisse im Überblick:

Die Ergebnisse des ersten Quartals 2002 entsprechen im
wesentlichen den Zahlen aus dem letzten Quartal 2001.

Der Umsatz belief sich auf 14,1 Milliarden Euro, das entspricht
einem Rückgang um vier Prozent (minus sechs Prozent bei gleichem
Bewertungsbereich)gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Grund dafür sind
rückläufige Verkaufszahlen im Automobil- und Zulieferbereich, die
durch das Wachstum des Dienstleistungsbereichs nur teilweise
ausgeglichen werden konnten.

Beim Betriebsergebnis mußte ein Verlust von 299 Millionen Euro
ausgewiesen werden, im ersten Quartal 2001 war ein Gewinn von 125
Millionen Euro erzielt worden. Ungünstig hat sich hier vor allem die
negative Geschäftsentwicklung von Fiat Auto und dem Zulieferbereich
ausgewirkt.

Das Nettoergebnis der Gruppe vor Berücksichtigung von Anteilen
Dritter war mit 529 Millionen Euro negativ, der Gewinn des gleichen
Zeitraums des Vorjahres belief sich auf 193 Millionen Euro, was auf
außerordentliche Erträge in Höhe von rund 400 Millionen Euro
zurückzuführen war.

Die Nettofinanzposition weist per 31. März 2002 eine
Nettoverschuldung von 6,6 Milliarden Euro aus, das bedeutet einen
Anstieg um 570 Millionen Euro im Vergleich zum Jahresbeginn. Der
positiven Auswirkung in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro aufgrund
der kürzlich erfolgten Kapitalerhöhung und aufgrund der Veräußerungen
stehen die übliche saisonale Erhöhung des Betriebskapitals in Höhe
von circa 550 Millionen Euro und der Bedarf für Investitionen in
diesem Zeitraum in Höhe von circa 620 Millionen Euro gegenüber, die
nicht durch die Eigenfinanzierung gedeckt waren.

Darüber hinaus mußten 620 Millionen Euro für bereits eingegangene
Verpflichtungen gezahlt werden, unter anderem für den Erwerb einer
bedeutenden Beteiligung an Kobelco durch CNH, den Erwerb weiterer 15
Prozent an Irisbus durch Iveco und den Ausgleich durch Fiat Auto bei
den Einlagen der Aktiva/Passiva für Fiat-GM Powertrain.

Die Geschäftsentwicklung der Gruppe ist vor dem Hintergrund einer
deutlich rückläufigen Nachfrage auf verschiedenen Automobilmärkte in
den ersten drei Monaten des Jahres zu sehen.

Das betrifft den gesamten europäischen Automobilmarkt, der um vier
Prozent rückläufig war, und den italienischen Markt mit einem Minus
von 13 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die
Krise bei der Nachfrage auf dem polnischen und argentinischen Markt
ist noch nicht beendet, und der brasilianische Markt erwies sich wie
bereits im letzten Quartal 2001 als schwach.

Der Markt für Baumaschinen ist weiter geschrumpft (minus sieben
Prozent in Nordamerika und minus 18 Prozent in Europa). Der Markt für
Landmaschinen tendierte hingegen mit einer Steigerung um zwei Prozent
sowohl in Europa als auch in Nordamerika aufwärts.

Bei den Nutzfahrzeugen ist die Nachfrage in Europa im allgemeinen
rückläufig gewesen (minus 12 Prozent), wobei dieser Trend im Bereich
der schweren Fahrzeuge besonders stark ausgeprägt war (minus 17
Prozent).

Geschäftsentwicklung der wichtigsten Sparten

Automobile

In den ersten drei Monaten des Jahres 2002 hat Fiat Auto einen
Umsatz von 5,993 Milliarden Euro erzielt, das entspricht einem
Rückgang um 11,2 Prozent gegenüber demselben Zeitraum im Jahr 2001.
Die Gesamtverkaufszahlen lagen bei 518.000 Einheiten (minus 14,9
Prozent), wobei sowohl die rückläufigen Märkte, insbesondere der
italienische, als auch der Einbruch beim Marktanteil, der in Italien
auf 33,5 Prozent und in Europa auf 9,3 Prozent gesunken ist, eine
Rolle gespielt haben. Diese Entwicklung läßt sich durch die stärkere
Selektivität der Verkaufskanäle erklären. Auch der Verkaufsrückgang
auf dem polnischen, argentinischen und brasilianischen Markt haben
deutliche Auswirkungen auf diesen Geschäftsbereich gehabt.

Das Betriebsergebnis von Fiat Auto weist einen Verlust von 429
Millionen Euro auf (erstes Quartal 2001: minus 16 Millionen Euro).
Ursachen hierfür waren die geringeren Verkaufzahlen, die höheren
Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie die größeren
Rückstellungen, die mit der Verlängerung der Garantiezeit auf zwei
Jahre zusammenhängen. Teilweise ausgleichend wirkten die
Verbesserungen bei den Produktionskosten und die wachsenden Synergien
aus der industriellen Allianz mit General Motors.

Trotz dieses schwierigen Umfelds hält Fiat Auto weiter an den
eingeleiteten Maßnahmen zur Wiedererlangung der Rentabilität fest.
Nach Ernennung der Verantwortlichen und Festlegung der
Managementstrukturen sind die Business Units der neuen Organisation
des Geschäftsbereiches operativ geworden. Sie sollen eine bessere
Profilierung der Marken, eine Verschlankung der Entscheidungsprozesse
und eine deutliche Fokussierung auf die Kundenzufriedenheit
gewährleisten.

Im Rahmen der Umstrukturierungsmaßnahmen ist die Verlagerung der
Produktion aus dem Werk Rivalta ins Werk Mirafiori fast abgeschlossen
worden. Bei den Produktinnovationen werden auf die Markteinführung
des neuen Alfa 156, des Alfa 156 GTA und des neuen Fiat Ducato die
Verkaufsstarts des Lancia Thesis sowie der neuen Vans Lancia Phedra
und Fiat Ulysse folgen. Gegen Jahresende werden der Alfa 147 GTA und
der Fiat Stilo Station Wagon auf den Markt kommen, der von
essentieller Bedeutung für die Vervollständigung des Produktangebotes
der Marke Fiat im mittleren Segments ist.

Im Rahmen der Allianz mit General Motors wurde in Turin mit der
Einrichtung eines gemeinsamen Planungszentrums für die Entwicklung
von spezifischen gemeinsamen Bauteilen und Systemen für die
Produktion zukünftiger Fahrzeuge mit geringem Hubraum begonnen.

Land- und Baumaschinen

Der Umsatz von CNH lag im ersten Quartal des Jahres bei 2,72
Milliarden Euro (plus 3,3 Prozent gegenüber Vorjahreszeitraum), was
im wesentlichen auf den Dollar/Euro-Wechselkurs und auf den Erwerb
von Kobelco Nord America zurückzuführen ist. Der Verkauf von
Landmaschinen in Nord- und Südamerika ist deutlich gestiegen. Der
Rückgang bei den Verkaufszahlen der Baumaschinen hingegen erklärt
sich außer durch den rückläufigen Markt aus den Maßnahmen zum
Stockabbau im Rahmen einer allgemeinen Bestandsverschlankung. Trotz
des deutlichen Rückgangs der Verkaufszahlen hat CNH seine
Wettbewerbsposition verbessert und in vielen Produktsegmenten den
Marktanteil erhöht.

Das Betriebsergebnis dieses Geschäftsbereichs belief sich auf 30
Millionen Euro (erstes Quartal 2001: 55 Millionen Euro) trotz des
deutlichen Rückgangs der Verkaufszahlen, was sich mit der Entwicklung
des Baumaschinenmarktes erklären lässt. Die Synergien aus der
Integration mit Case (über 20 Millionen Euro in diesem Quartal) und
die Fortführung der Umstrukturierungsmaßnahmen hinsichtlich der
Prozesse haben sich positiv auf die Rentabilität ausgewirkt.

Nutzfahrzeuge

Der Umsatz von Iveco lag im ersten Quartal bei 2,1 Milliarden Euro
(plus 2,2 Prozent). Ein Grund dafür ist die vollständige
Konsolidierung von Irisbus. Vor dem Hintergrund der europaweit
sinkenden Nachfrage, die zu einem Rückgang der Verkaufszahlen geführt
hat (minus 6,4 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2001), hat die
Sparte aufgrund ihrer vollständig erneuerten Produktpalette ihre
Marktanteile in allen Segmenten steigern können: bei den leichten
(plus 0,5 Prozent), mittleren (plus 6,8 Prozent) und schweren
Fahrzeuge (plus 1,3 Prozent).

Der Rückgang der Verkaufszahlen und der hohe Wettbewerbsdruck
spiegelten sich im Betriebsergebnis wider, das (im Vergleich zu 64
Millionen Euro im ersten Quartal 2001) auf 11 Millionen Euro gesunken
ist.

Andere Geschäftsbereiche

Die Zuliefersparten (Magneti Marelli, Teksid, Comau) bekamen die
negative Absatzsituation der Herstellern zu spüren und haben
insgesamt als Betriebsergebnis einen Verlust von 33 Millionen Euro
ausgewiesen. Dem steht ein Gewinn von 17 Millionen Euro im selben
Zeitraum des Jahres 2001 gegenüber.

Bei FiatAvio hingegen setzte sich die positive Entwicklung fort:
Bei einem Umsatz auf dem Niveau des ersten Quartals 2001 wurde ein
Betriebsgewinn von 54 Millionen Euro und eine Rentabilität von fast
14 Prozent erzielt.

Das Wachstum von Toro Assicurazioni (mit einer Steigerung des
Prämienaufkommens um 5,7 Prozent) und von Business Solutions hält
an, wobei beide Geschäftsbereiche die eigene Rentabilität verbessert
haben.

Prognosen für das laufende Jahr

Die nächsten Monate werden durch besonderes Engagement der Fiat
Gruppe bei der konsequenten Umsetzung des festgelegten Plans zum
Schuldenabbau und der Maßnahmen zur Wiedererreichung der Rentabilität
bei Fiat Auto geprägt sein.

Dieses Engagement fällt zeitlich in ein schwieriges
wirtschaftliches Umfeld. Trotz einiger positiver Anzeichen ist der
Aufschwung der Weltwirtschaft noch schwach, und er ist abhängig von
vielen Unbekannten.

In diesem Umfeld werden die wichtigsten Märkte für die Fiat Gruppe
keine wesentliche Trendwende im Vergleich zum ersten Quartal
aufweisen. Die Nachfrage nach Automobilen wird vor allen Dingen in
Italien weiterhin schwach sein. Der Markt für Landmaschinen bleibt
zyklisch weiter in einer schwachen Phase, und der Rückgang auf dem
Baumaschinenmarkt wird anhalten. Auch bei den Nutzfahrzeugen ist ein
deutlicher Rückgang in allen Marktsegmenten zu erwarten.

Durch die einschneidenden Entscheidungen, die im Dezember 2001
sowohl für die industrielle als auch für die finanzielle Seite
getroffen wurden, hat sich die Fiat Gruppe aber auf dieses ungünstige
Umfeld eingestellt. Es ist erklärtes Ziel, im Jahre 2002 beim
Betriebsergebnis mindestens eine schwarze Null zu erreichen und die
Nettoverschuldung gegenüber Ende 2001 zu halbieren.

WIRTSCHAFTS- UND VERMÖGENSLAGE

Geschäftsjahr 1. Quartal 1. Quartal
2001 (Millionen Euro) 2002 2001

58.006 Umsatzerlöse 14.147 14.725

8.152 Bruttomarge 1.765 2.221

6.149 Allgemeine Kosten 1.573 1.553

1.817 Forschung und 483 429
Entwicklung

132 Betriebliche Erträge (8) (114)
(Aufwendungen)

318 Betriebsergebnis (299) 125

(149) Ergebnis Beteiligungen 18 64

(1.025) Finanzerträge (275) (274)
(-aufwendungen)

359 Außerordentliche Erträge 0 401
(Aufwendungen)

(445) Nettovermögen Fiat vor
Berücksichtigung
Anteile Dritter (529) 193

(6.035) Nettofinanzposition (6.602) (6.537)

Umsatzerträge nach Geschäftsbereichen

Geschäfts- 1. Quartal 1.Quartal
jahr 2001 (Millionen Euro) 2002 2001

24.440 Automobile (Fiat Auto Holdings) 5.993 6.746

10.777 Land- und Baumaschinen 2.720 2.634
(CNH Global)

8.650 Nutzfahrzeuge (Iveco) 2.101 2.056

1.058 Ferrari 253 237

1.752 Metallerzeugnisse (Teksid) 469 480

4.073 Zulieferteile (Magneti Marelli) 945 1.140

2.218 Anlagenbau (Comau) 443 491

1.636 Luftfahrt (FiatAvio) 388 383

347 Verlagswesen und Kommunikation 84 83
(Itedi)

5.461 Versicherungen 1.252 1.184
(Toro Assicurazioni)

1.805 Dienstleistungen 413 285
(Business Solutions)

(4.211) Verschiedenes und Aufhebungen (914) (994)

58.006 Gruppe gesamt 14.147 14.725

Betriebsergebnis nach Geschäftsbereichen

Geschäfts- 1. Quartal 1.Quartal
jahr 2001 (Millionen ) 2002 2001

(549) Automobile (Fiat Auto Holdings) (429) (16)

209 Land- und Baumaschinen 30 55
(CNH Global)

271 Nutzfahrzeuge (Iveco) 11 64

62 Ferrari (18) (10)

15 Metallerzeugnisse (Teksid) (5) 21

(74) Zulieferteile (Magneti Marelli) (16) (15)

60 Anlagenbau (Comau) (12) 11

186 Luftfahrt (FiatAvio) 54 39

(2) Verlagswesen und Kommunikation (2) (2)
(Itedi)

68 Versicherungen 115 5
(Toro Assicurazioni)

73 Dienstleistungen 27 9
(Business Solutions)

(1) Verschiedenes und Aufhebungen (54) (36)

318 Gruppe gesamt (299) 125

ots Originaltext: Fiat Automobil AG
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Ansprechspartner:
Herr Claus Witzeck – Fiat Automobil AG
Tel.-Nr.: 069 / 669 88 – 355
Mobil: 0173 / 32 00 477

Quelle: news aktuell GmbH

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